Suchbegriff

Die Weltwoche bietet tägliche Analysen, exklusive Berichte und kritische Kommentare zu Politik, Wirtschaft und Kultur.

Konto Anmelden
Die Weltwoche

Iran und Ukraine im Fokus, Taiwan als «Blind Spot»? Grossbritanniens Ex-Premier Rishi Sunak warnt vor einem Westen, der seine Munition bereits in zwei Kriegen verschossen hat

Anhören ( 2 min ) 1.0× +
Iran und Ukraine im Fokus, Taiwan als «Blind Spot»? Grossbritanniens Ex-Premier Rishi Sunak warnt vor einem Westen, der seine Munition bereits in zwei Kriegen verschossen hat
Iran und Ukraine im Fokus, Taiwan als «Blind Spot»? Grossbritanniens Ex-Premier Rishi Sunak warnt vor einem Westen, der seine Munition bereits in zwei Kriegen verschossen hat
0:00 -0:00
1.0×
100%
Mehr ▾

In einem eindringlichen Gastbeitrag in der Sunday Times warnt der ehemalige britische Premierminister Rishi Sunak vor einer fundamentalen Bedrohung der westlichen Sicherheit und fordert eine radikale Abkehr von strategischer Naivität. Während der Blick der Weltöffentlichkeit derzeit starr auf den Nahen Osten gerichtet ist, mahnt Sunak, dass der Westen Gefahr laufe, den eigentlichen «Blind Spot» der globalen Stabilität zu übersehen: Taiwan.

Tolga Akmen/AFP/Keystone
Britischer Ex-Premierminister Rishi Sunak
Tolga Akmen/AFP/Keystone

Sunak analysiert die aktuelle Lage an der Strasse von Hormus als gezielten Erpressungsversuch Teherans. Bisher sei man davon ausgegangen, dass der Iran die Meerenge nicht schliessen würde, da über drei Viertel seiner eigenen Einnahmen aus Exporten durch diese Gewässer stammen. «Doch das iranische Regime versucht nun, sie für den gesamten Verkehr ausser für befreundete Schiffe zu sperren», warnt Sunak. Die Absicht dahinter sei klar: «Sie versuchen, der Weltwirtschaft den Dolch an die Kehle zu setzen, um diesen Konflikt so kostspielig zu machen, dass er nicht mehr aufrechtzuerhalten ist.»

Besonders besorgniserregend ist für Sunak dabei die Frequenz der Krisen: «Eines der alarmierendsten Merkmale dieses Konflikts ist, dass er bereits den vierten Versorgungsschock in diesem Jahrzehnt verursacht hat. Und traurigerweise wird es noch weitere geben.» Diese Kette von Erschütterungen – nach der Pandemie, dem Ukraine-Krieg und Chinas Embargo auf Seltene Erden – zeige, dass die Ära der wirtschaftlichen Sicherheit durch geopolitische Gewissheit «endgültig vorbei» sei.

Das grösste verbleibende Risiko liege laut Sunak jedoch in der Strasse von Taiwan, durch die jährlich Waren im Wert von 2,4 Billionen US-Dollar fliessen. Sunak identifiziert Taiwan als einen von fünf kritischen geografischen Nadelöhren («Chokepoints») der globalen Ökonomie, zu denen auch die Strassen von Malakka, Hormus, Ombai und die Meerenge Bab-el-Mandeb gehören. Im Gegensatz zu historischen Sicherheitsgarantien liegen diese Punkte heute auf geopolitischen Bruchlinien. Er warnt davor, dass China die aktuelle Erschöpfung westlicher Munitionsvorräte durch die Konflikte im Nahen Osten und der Ukraine als günstige Gelegenheit für eine Eskalation in der Taiwanstrasse deuten könnte. Ein Stillstand der dortigen Halbleiter-Exporte würde die Weltwirtschaft nicht nur beeinträchtigen, sondern «lähmen», so der ehemalige britische Premier.

Um den drohenden «Niedergang und Fall» des Westens abzuwenden, zieht Sunak eine historische Parallele zum Römischen Reich. Da die globalen Handelswege heute direkt auf geopolitischen Bruchlinien verlaufen, müsse der Westen seine Resilienz und Verteidigungsfähigkeit massiv stärken. Sein Plädoyer gipfelt in einer antiken Mahnung: «Wenn wir nicht wollen, dass der Westen untergeht, ist es an der Zeit, uns daran zu erinnern, was die Römer uns lehrten», schreibt Sunak und schliesst mit der Maxime: «Si vis pacem, para bellum» – Wenn du den Frieden willst, bereite den Krieg vor.

Abonnement
1. Start
2. Ihre Angaben
3. Zahlungsart
4. Abo prüfen

Ups! Wir konnten Ihr Formular nicht lokalisieren.

1. Start
2. Ihre Angaben
3. Zahlungsart
4. Abo prüfen

Ups! Wir konnten Ihr Formular nicht lokalisieren.

1. Start
2. Ihre Angaben
3. Zahlungsart
4. Abo prüfen

Ups! Wir konnten Ihr Formular nicht lokalisieren.

1. Start
2. Ihre Angaben
3. Zahlungsart
4. Abo prüfen

Ups! Wir konnten Ihr Formular nicht lokalisieren.

1. Start
2. Ihre Angaben
3. Abo prüfen
Startdatum: 01.04.2026
Mit der Bestellung akzeptieren Sie unsere AGBs.
Ihre Angaben
  • Dieses Feld dient zur Validierung und sollte nicht verändert werden.
  • Dieses Feld wird bei der Anzeige des Formulars ausgeblendet
    (Newsletter kann jederzeit wieder abbestellt werden)

Netiquette

Die Kommentare auf weltwoche.ch/weltwoche.de sollen den offenen Meinungsaustausch unter den Lesern ermöglichen. Es ist uns ein wichtiges Anliegen, dass in allen Kommentarspalten fair und sachlich debattiert wird.

Das Nutzen der Kommentarfunktion bedeutet ein Einverständnis mit unseren Richtlinien.

Scharfe, sachbezogene Kritik am Inhalt des Artikels, an Protagonisten des Zeitgeschehens oder an Beiträgen anderer Forumsteilnehmer ist erwünscht, solange sie höflich vorgetragen wird. Wählen Sie im Zweifelsfall den subtileren Ausdruck.

Unzulässig sind:

  • Antisemitismus / Rassismus
  • Aufrufe zur Gewalt / Billigung von Gewalt
  • Begriffe unter der Gürtellinie/Fäkalsprache
  • Beleidigung anderer Forumsteilnehmer / verächtliche Abänderungen von deren Namen
  • Vergleiche demokratischer Politiker/Institutionen/Personen mit dem Nationalsozialismus
  • Justiziable Unterstellungen/Unwahrheiten
  • Kommentare oder ganze Abschnitte nur in Grossbuchstaben
  • Kommentare, die nichts mit dem Thema des Artikels zu tun haben
  • Kommentarserien (zwei oder mehrere Kommentare hintereinander um die Zeichenbeschränkung zu umgehen)
  • Kommentare, die kommerzieller Natur sind
  • Kommentare mit vielen Sonderzeichen oder solche, die in Rechtschreibung und Interpunktion mangelhaft sind
  • Kommentare, die mehr als einen externen Link enthalten
  • Kommentare, die einen Link zu dubiosen Seiten enthalten
  • Kommentare, die nur einen Link enthalten ohne beschreibenden Kontext dazu
  • Kommentare, die nicht auf Deutsch sind. Die Forumssprache ist Deutsch.

Als Medium, das der freien Meinungsäusserung verpflichtet ist, handhabt die Weltwoche Verlags AG die Veröffentlichung von Kommentaren liberal. Die Prüfer sind bemüht, die Beurteilung mit Augenmass und gesundem Menschenverstand vorzunehmen.

Die Online-Redaktion behält sich vor, Kommentare nach eigenem Gutdünken und ohne Angabe von Gründen nicht freizugeben. Wir bitten Sie zu beachten, dass Kommentarprüfung keine exakte Wissenschaft ist und es auch zu Fehlentscheidungen kommen kann. Es besteht jedoch grundsätzlich kein Recht darauf, dass ein Kommentar veröffentlich wird. Über einzelne nicht-veröffentlichte Kommentare kann keine Korrespondenz geführt werden. Weiter behält sich die Redaktion das Recht vor, Kürzungen vorzunehmen.