Nach dem Tod des iranischen Revolutionsführers Ali Chamenei soll der Expertenrat in Teheran dessen Sohn Modschtaba Chamenei zum neuen Obersten Führer bestimmt haben. Das berichtet der Nachrichtensender Iran International. Eine offizielle Bestätigung der iranischen Führung lag zunächst nicht vor.
Der israelische Verteidigungsminister Israel Katz erklärte unterdessen, jeder Nachfolger an der Spitze der Islamischen Republik werde ein militärisches Ziel sein. Auf der Plattform X schrieb Katz: «Jeder Führer, der vom iranischen Terrorregime ernannt wird, um den Plan zur Zerstörung Israels fortzusetzen und anzuführen, um die Vereinigten Staaten und die freie Welt und die Länder der Region zu bedrohen und um das iranische Volk zu unterdrücken, wird ein Ziel zur Eliminierung sein.»
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Modschtaba Chamenei galt bereits seit Jahren als möglicher Nachfolger seines Vaters. Der 56-Jährige ist der zweitälteste Sohn des verstorbenen Revolutionsführers und soll enge Verbindungen zu den iranischen Revolutionsgarden unterhalten. Laut Iran International ist seine Wahl von der Expertenversammlung unter dem Einfluss der Revolutionsgarden erfolgt.
Der neue Machtinhaber tritt ein Amt an, das im politischen System Irans über weitreichende Befugnisse verfügt. Der Oberste Führer steht an der Spitze von Staat, Militär und Justiz. Ursprünglich war für dieses Amt der Rang eines Grossajatollahs vorgesehen. Die iranische Verfassung wurde jedoch 1989 geändert, um Ali Chamenei trotz niedrigerem religiösem Rang zum Revolutionsführer zu machen.
Modschtaba Chamenei hatte bislang keine offizielle Funktion im Staat inne. Gemäss Medienberichten verfügt er jedoch über erheblichen Einfluss hinter den Kulissen. Die britische Daily Mail berichtet zudem, dass er ein Investmentvermögen von mehr als 100 Millionen Dollar kontrollieren soll.