Die G7-Staaten erwägen angesichts stark steigender Energiepreise einen Rückgriff auf ihre strategischen Erdölreserven. Dies bestätigte Frankreichs Präsident Emmanuel Macron. Dies berichtet die «Financial Times».
Demnach wollten die Finanzminister der G7 bei einem Treffen mit Fatih Birol, dem Exekutivdirektor der Internationalen Energieagentur (IEA), über einen möglichen Einsatz der Notfallreserven sprechen. Die 32 IEA-Mitgliedstaaten verfügen zusammen über rund 1,2 Milliarden Barrel eingelagerte Rohölreserven.
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US-Experten schlagen laut dem Bericht vor, 300 bis 400 Millionen Barrel freizugeben. Das entspräche rund einem Viertel bis knapp einem Drittel der gesamten Notfallvorräte. Ein solcher Schritt gilt als seltene Ausnahmemassnahme und wurde zuletzt nach Beginn des Ukraine-Kriegs eingesetzt. Zuvor griffen Staaten während der Konflikte im Irak 1990 sowie in Libyen 2011 auf strategische Reserven zurück.
Auslöser der Debatte ist der stark gestiegene Ölpreis. Am Montag überschritt der Preis für die Nordseesorte Brent erstmals seit 2022 die Marke von 100 Dollar pro Barrel und lag zeitweise bei über 102 Dollar. Damit verteuerte sich Öl seit Beginn des Iran-Kriegs um rund 50 Prozent.
Ein Grund für den Preisanstieg ist die weiterhin blockierte Strasse von Hormus. Der Energieexperte Daniel Yergin bezeichnete die Situation als «die grösste Unterbrechung der täglichen Ölproduktion in der Weltgeschichte». Gleichzeitig stiegen auch die Preise für Flüssiggas deutlich an. Laut Berichten wurde die Produktion in einer grossen LNG-Anlage in Katar nach einer mutmasslichen Beschädigung gestoppt.