Suchbegriff

Die Weltwoche bietet tägliche Analysen, exklusive Berichte und kritische Kommentare zu Politik, Wirtschaft und Kultur.

Konto Anmelden
Die Weltwoche

Iran entwickelt Atombomben? Langstreckenraketen? Warum die Rechtfertigung für den US-Angriff auf wackeligen Beinen steht

Anhören ( 2 min ) 1.0× +
Iran entwickelt Atombomben? Langstreckenraketen? Warum die Rechtfertigung für den US-Angriff auf wackeligen Beinen steht
Iran entwickelt Atombomben? Langstreckenraketen? Warum die Rechtfertigung für den US-Angriff auf wackeligen Beinen steht
0:00 -0:00
1.0×
100%
Mehr ▾

Dass das Völkerrecht für mächtige Staaten nicht handlungsleitend ist, ist keine neue Erkenntnis. Dass aber die USA unter ihrem erratischen Präsidenten Donald Trump nun nach Venezuela Anfang Januar gegen den Iran den zweiten eindeutig völkerrechtswidrigen Angriff im noch jungen Jahr 2026 starten, überrascht indes schon. Und dies, obschon Trump «Regime Change-Kriege» bisher ausgeschlossen hatte.

ABEDIN TAHERKENAREH / KEYSTONE
epa12775527 Iranians walk next to a wall painting of Iranian Supreme Leader Ayatollah Ali Khamenei (top-L) and late leader Ayatollah Ruhollah Khomeini (top-R) on a street in Tehran, Iran, 25 February 2026
ABEDIN TAHERKENAREH / KEYSTONE

Ziel der Angriffe sei, das amerikanische Volk dadurch zu schützen, dass ‌die ⁠unmittelbare Bedrohung durch das iranische Regime eliminiert werde, sagte Trump. Nach der «Operation Midnight Hammer» im vergangenen Jahr hätten die USA den Iran gewarnt, ihre Bestrebungen nach Atomwaffen wieder aufzunehmen und wiederholt versucht, eine Einigung zu erzielen. Der Iran habe dies in den jüngsten Verhandlungen abgelehnt und stattdessen begonnen, sein Atomprogramm (das ja angeblich vollständig zerstört war) wieder aufzubauen.

Ausserdem entwickle der Iran Langstreckenraketen, welche die USA und ⁠andere Länder bedrohten. Daher müsse und werde das iranische Regime verschwinden.

Doch diese Begründung steht auf sehr wackeligen Beinen. Wie der omanische Aussenminister und Vermittler der Gespräche nur Stunden vor Trumps Angriffen am 28. Februar berichtete, waren die US-iranischen Verhandlungen durchaus ernsthaft und machten Fortschritte hin zu einem effektiven, verifizierbaren, dauerhaften Abkommen, das die Fähigkeiten des Iran, Nuklearwaffen zu bauen, hätte blockieren können. Auch wer dem iranischen Terror-Regime keine Träne nachweint, muss über diese Entwicklung besorgt sein.

Die Folge wird vermutlich regionaler und globaler Terror und mehr Chaos sein, wie wir aus anderen Fällen – Afghanistan, Irak und Libyen – wissen.

Selbst wenn ein Flächenbrand noch verhindert werden kann und die amerikanische Militärmacht heute übermächtig erscheint: Es zeugt von abenteuerlicher historischen Unbedarftheit zu glauben, ein von aussen erzwungener Regimewechsel ohne jedwedes Konzept für die Zeit danach, könne nachhaltig sein. Wer glaubt denn, dass der Angriff irgendein Problem löst?

Wenn Staaten sich zudem allein nach eigenem Recht und nach rein nationaler Interessensdefinition rausnehmen, Regierungen nach Belieben wegzubomben, dann fördert das Instabilität und massive Abwehrreaktionen. Von der Rückkehr des Jungels werden auch die mächtigen Staaten nicht profitieren.

Johannes Varwick ist Professor für Internationale Beziehungen und europäische Politik an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg. Seit Mai 2024 präsidiert er das Wissenschaftliche Forum für Internationale Sicherheit. Zuletzt von ihm erschienen: «Stark für den Frieden».

Abonnement
1. Start
2. Ihre Angaben
3. Zahlungsart
4. Abo prüfen

Ups! Wir konnten Ihr Formular nicht lokalisieren.

1. Start
2. Ihre Angaben
3. Zahlungsart
4. Abo prüfen

Ups! Wir konnten Ihr Formular nicht lokalisieren.

1. Start
2. Ihre Angaben
3. Zahlungsart
4. Abo prüfen

Ups! Wir konnten Ihr Formular nicht lokalisieren.

1. Start
2. Ihre Angaben
3. Zahlungsart
4. Abo prüfen

Ups! Wir konnten Ihr Formular nicht lokalisieren.

1. Start
2. Ihre Angaben
3. Abo prüfen
Startdatum: 01.04.2026
Mit der Bestellung akzeptieren Sie unsere AGBs.
Ihre Angaben
  • Dieses Feld dient zur Validierung und sollte nicht verändert werden.
  • Dieses Feld wird bei der Anzeige des Formulars ausgeblendet
    (Newsletter kann jederzeit wieder abbestellt werden)

Netiquette

Die Kommentare auf weltwoche.ch/weltwoche.de sollen den offenen Meinungsaustausch unter den Lesern ermöglichen. Es ist uns ein wichtiges Anliegen, dass in allen Kommentarspalten fair und sachlich debattiert wird.

Das Nutzen der Kommentarfunktion bedeutet ein Einverständnis mit unseren Richtlinien.

Scharfe, sachbezogene Kritik am Inhalt des Artikels, an Protagonisten des Zeitgeschehens oder an Beiträgen anderer Forumsteilnehmer ist erwünscht, solange sie höflich vorgetragen wird. Wählen Sie im Zweifelsfall den subtileren Ausdruck.

Unzulässig sind:

  • Antisemitismus / Rassismus
  • Aufrufe zur Gewalt / Billigung von Gewalt
  • Begriffe unter der Gürtellinie/Fäkalsprache
  • Beleidigung anderer Forumsteilnehmer / verächtliche Abänderungen von deren Namen
  • Vergleiche demokratischer Politiker/Institutionen/Personen mit dem Nationalsozialismus
  • Justiziable Unterstellungen/Unwahrheiten
  • Kommentare oder ganze Abschnitte nur in Grossbuchstaben
  • Kommentare, die nichts mit dem Thema des Artikels zu tun haben
  • Kommentarserien (zwei oder mehrere Kommentare hintereinander um die Zeichenbeschränkung zu umgehen)
  • Kommentare, die kommerzieller Natur sind
  • Kommentare mit vielen Sonderzeichen oder solche, die in Rechtschreibung und Interpunktion mangelhaft sind
  • Kommentare, die mehr als einen externen Link enthalten
  • Kommentare, die einen Link zu dubiosen Seiten enthalten
  • Kommentare, die nur einen Link enthalten ohne beschreibenden Kontext dazu
  • Kommentare, die nicht auf Deutsch sind. Die Forumssprache ist Deutsch.

Als Medium, das der freien Meinungsäusserung verpflichtet ist, handhabt die Weltwoche Verlags AG die Veröffentlichung von Kommentaren liberal. Die Prüfer sind bemüht, die Beurteilung mit Augenmass und gesundem Menschenverstand vorzunehmen.

Die Online-Redaktion behält sich vor, Kommentare nach eigenem Gutdünken und ohne Angabe von Gründen nicht freizugeben. Wir bitten Sie zu beachten, dass Kommentarprüfung keine exakte Wissenschaft ist und es auch zu Fehlentscheidungen kommen kann. Es besteht jedoch grundsätzlich kein Recht darauf, dass ein Kommentar veröffentlich wird. Über einzelne nicht-veröffentlichte Kommentare kann keine Korrespondenz geführt werden. Weiter behält sich die Redaktion das Recht vor, Kürzungen vorzunehmen.