Deutschland verlängert die vorübergehenden Kontrollen an allen seinen Landgrenzen um ein weiteres halbes Jahr über den 15. März hinaus. Wie Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) der Bild-Zeitung bestätigte, wird die entsprechende Notifizierung nun an die Europäische Kommission in Brüssel übermittelt. Ziel der Massnahme bleibe der Schutz der inneren Sicherheit sowie die weitere Eindämmung illegaler Migration. Dobrindt verteidigte den Schritt als zentrales Element einer Neuordnung der deutschen Migrationspolitik.
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Für Reisende, Pendler und den Logistiksektor bedeutet dies, dass stichprobenartige Kontrollen und mögliche Verzögerungen an den Übergängen zu allen neun Nachbarstaaten bis mindestens September 2026 bestehen bleiben. Wer eine Grenze überquert, ist weiterhin verpflichtet, ein gültiges Ausweisdokument mitzuführen. Da Binnengrenzkontrollen innerhalb des Schengen-Raums offiziell nur als Ausnahmeregelung zulässig sind, muss die Bundesregierung diesen Schritt förmlich in Brüssel anmelden.
Die bisherige Bilanz der Bundespolizei stützt den harten Kurs des Innenministeriums: Zwischen September 2024 und Dezember 2025 wurden durch stationäre Kontrollen insgesamt 67.918 unerlaubte Einreisen registriert. Mehr als 46.000 Personen wurden direkt an der Grenze zurückgewiesen oder abgeschoben. Gleichzeitig sinkt die Zahl der Asyl-Erstanträge deutlich; im Januar stellten nur noch 7649 Menschen einen Antrag, was im Vergleich zum Vorjahresmonat fast einer Halbierung entspricht.