Er gilt als Hoffnungsträger der katholischen Kirche im digitalen Zeitalter: Carlo Acutis, ein italienischer Schüler mit Programmierleidenschaft und tiefem Glauben, wurde am Sonntag im Vatikan heiliggesprochen. Mit nur 15 Jahren an Leukämie verstorben, ist er der erste Heilige der Millennial-Generation.
Acutis hatte sich früh mit Computern beschäftigt, programmierte Webseiten und dokumentierte online katholische Wunder. Sein bekanntestes Werk: eine digitale Ausstellung über eucharistische Wunder, die mittlerweile in Dutzenden Sprachen verbreitet ist. In der Kirche ist er deshalb als «Influencer Gottes» oder «Heiliger in Turnschuhen» bekannt – ein Spitzname, der auf seine Alltagskleidung und sein modernes Auftreten verweist.
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Wie Politico berichtet, sieht die Kirche in Acutis ein Vorbild für junge Gläubige und eine Brücke zur Generation Z. Der Vatikan hatte bereits im August über 1000 katholische Influencer zu einem Treffen eingeladen – mit dem Ziel, Glaubensvermittlung über soziale Medien zu stärken. Besonders in Ländern wie Frankreich zeigt diese Strategie Wirkung: Taufen unter Jugendlichen nehmen wieder zu.
Ursprünglich war die Heiligsprechung für den 27. April geplant, wurde aber nach dem Tod von Papst Franziskus verschoben. Nun hat Papst Leo XIV. die Messe auf dem Petersplatz geleitet – zusammen mit der Kanonisierung von Pier Giorgio Frassati, einem weiteren jungen Vorbild der Kirche.