Die Bundesregierung rechnet mit einer deutlich grösseren Haushaltslücke als bisher gedacht: Von 2027 bis 2029 fehlen laut «Tagesschau» rund 172 Milliarden Euro – fast 30 Milliarden mehr als noch im Juni angenommen. Grund dafür sind unter anderem neue Rentengeschenke und teure Wachstumsimpulse für die Wirtschaft.
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Verantwortlich für das Defizit sind unter anderem Mehrausgaben für die geplante Ausweitung der Mütterrente sowie Entlastungen im Rahmen eines sogenannten Wachstumsboosters, mit dem der Staat Firmen steuerlich entgegenkommen will. Hinzu kommen steigende Zinskosten für bereits aufgenommene Schulden.
Trotzdem gibt sich Finanzminister Lars Klingbeil (SPD) optimistisch: Für 2026 plant er mit Ausgaben von 520 Milliarden Euro – inklusive knapp 90 Milliarden Euro neuer Schulden. Die Sondertöpfe für Bundeswehr und Klimaschutz steuern weitere Milliarden bei. Sparen soll künftig auch beim Personal des Bundes helfen.
Die Schuldenbremse bleibt der Stolperstein. Eine Reform ist zwar im Gespräch, doch die Union bremst Erwartungen. Vorerst setzt man auf Wachstum, Effizienz – und ein wenig Hoffnung, dass sich das 172-Milliarden-Loch nicht weiter auftut.