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Im Spagat durch Bakus Pavillons

Die Uno-Konferenz COP29 setzt eine gigantische Geldumverteilung in Gang. Bundesrat Albert Rösti musste sein Portemonnaie gut hüten.

Baku

Es ist das gigantischste Umverteilungsprojekt der -Geschichte. Die 29. Klimakonferenz in Baku ging am 24. November zu Ende. Ab 2035, so der Plan, sollen die Entwicklungsländer von den Industriestaaten jährlich 300 Milliarden Dollar für Klimaschutzmassnahmen bekommen. Bisher waren 100 Milliarden vorgesehen.

Während Bundespräsidentin Viola -Amherd (Mitte) den Megaevent in Aserbaidschan sausenliess, reiste Umweltminister Albert Rösti an die Konferenz am Kaspischen Meer. Die Weltwoche hatte die Möglichkeit, den SVP-Bundesrat zu begleiten und einen persönlichen Augenschein zu nehmen.

Copyright 2024 The Associated Press. All rights reserved.
Albert Rosti, of Switzerland, speaks during a session on climate targets at the COP29 U
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Der Berner Magistrat hatte einen schwierigen Spagat zu bewältigen. Auf der einen Seite exorbitante Forderungen der Empfängerländer – die Rede war vor der Konferenz von jährlich 1,3 Billionen (!) Franken –, auf der anderen Seite der Druck der Anhänger seiner Partei, ein vernünftiges Mass zu halten. Das Spannungsfeld, in dem sich der Chef des Energie- und Umweltdepartements bewegte, war Rösti anzumerken.

 

Zur Kasse bitten

Doch es gelang ihm, den Spagat zu meistern. «Wir haben eine Schuldenbremse, und wir haben knappe Budgets. Und wir haben -andere Bedürfnisse für die Schweiz wie die AHV, Schule und Armee. Da können wir nicht einfach einer beliebigen Zahl zustimmen. Ich denke, die Schweiz ist grosszügig», erklärte der Exekutivpolitiker, auch in Richtung der -Wähler der SVP in der Heimat gerichtet. Es gehe darum, dass es der Welt gelinge, aus den fossilen Energien auszusteigen. «Für diese Zielsetzung braucht es aber zuerst ein Bekenntnis aller Länder, das auch zu wollen und nicht einfach nur Geld zu fordern.»

Tatsächlich ist dies der Eindruck, der von der COP29 für den Beobachter haftenbleibt: Die Erwärmung des Erdklimas wird dafür gebraucht, um wirtschaftlich erfolgreiche Staaten wie die Schweiz zur Kasse zu bitten. Dabei versuchen die einzelnen Länder, je einen anderen Eindruck zu erwecken. Wer durch die Pavillons spaziert und die Ankündigungen studiert, erhält rasch den Eindruck, dass eigentlich alle Nationen auf Kurs seien und energisch versuchten, die Energieproduktion umweltfreundlicher zu gestalten.

Gar nichts zu spüren ist von einer Spaltung der Weltgemeinschaft. Die Russen sind hier genauso präsent wie die Amerikaner oder Saudi-Arabien. Im Gegenteil: Der Stand des angeblich international geächteten Parias, des ehemaligen Zarenreichs, ist gutbesucht. Freundliche Mitarbeiter geben ihr Bestes, den Besuchern zu erklären, wie das riesige, rohstoffreiche Land CO2-neutral werden wolle. 

Die USA stehen dagegen etwas im Abseits, und ihre Repräsentanten -wirken im Gespräch sichtlich verunsichert. Kein Wunder, immerhin wissen die Klimaschützer in den Vereinigten Staaten nicht, wie es nach der Wahl von Donald Trump zum Präsidenten weitergehen wird. Die Russen geben dagegen an, dass sie ihren Weg im Umweltschutz in den nächsten Jahren und Jahrzehnten konsequent und kontinuierlich weitergehen wollen. 

 

Umverteilung des Weltvermögens

Wer die Halle mit den Ländervertretungen verlässt, merkt von diesen Bemühungen plötzlich nichts mehr. Überall wird von Staatsrepräsentanten, offiziellen Wissenschaftlern und NGO-Vertretern den Leuten eingehämmert, beim Klima stünde es nicht fünf vor, sondern fünf nach zwölf. Entweder würde jetzt mehr Geld gesprochen, dass von den -Nationen im Norden Milliarden zu den -Völkern des Südens zu verschieben ist, oder der Planet stehe vor dem Aus. 

Uno-Generalsekretär António Guterres drückt es wie folgt aus: «Die Reichen verursachen das Problem, die Ärmsten zahlen den höchsten Preis.» Man kann es auch anders sehen, wie der Klima-ökonom -Ottmar Edenhofer schon vor Jahren notierte: «Wir verteilen durch die Klimapolitik de facto das -Weltvermögen um.»

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