Ein neuer CDU-Wahlkampfspot sorgt für Diskussionen. Unter dem Slogan «Deutschland wieder nach vorne» zeigt das Video deutsche Landschaften, den Reichstag und Drohnenaufnahmen über Städte. Doch bei Sekunde 53 fällt eine Szene auf: eine Holzbodenterrasse an einem idyllischen See, der jedoch in Dänemark liegt. Recherchen zeigen, dass die Aufnahme von einer internationalen Bildagentur stammt und auf einer dänischen Ferienhaus-Website zu finden ist.
KEYSTONE/DPA/Christoph Reichwein; CDU YouTube
Auch andere Elemente des Videos stammen nicht aus Deutschland: ein blondes Kind, das im Gras spielt, sowie eine Frau mit einem Mondtattoo wurden ebenfalls über Agenturen gebucht. Die Frau wurde als Statistin aus den USA identifiziert. Damit greift die CDU erneut auf internationales Material zurück, um eine idealisierte Darstellung Deutschlands zu erzeugen.
Bereits in der Vergangenheit sorgte die Partei mit ähnlichen Fällen für Aufsehen. 2023 zeigte ein CDU-Spot statt des Berliner Reichstags den Präsidentenpalast Georgiens. 2021 kritisierte die Polizeigewerkschaft ein Plakat, das eine Person in Polizeiuniform zeigte, die nicht als echte Polizistin tätig war.
Im aktuellen Wahlkampfvideo wirbt die CDU mit dem Slogan: «Ein Land, auf das wir stolz sein können». Kritiker fordern jedoch, dass diese Botschaft durch authentische deutsche Motive unterstrichen werden sollte.