Ein wachsender Teil schwuler und lesbischer Menschen vollzieht einen klaren Bruch mit der heutigen Queer-Bewegung, berichtet die NZZ. Unter dem Banner der britischen Organisation LGB Alliance fordern sie eine Rückbesinnung auf die ursprünglichen Anliegen der Homosexuellen – ohne sich mit Gender-Aktivismus und Identitätspolitik gemein zu machen. Die Bewegung wächst international und stellt sich offen gegen das, was sie als «woke» Überfrachtung des LGBTQIA+-Diskurses betrachten.
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Die LGB Alliance wurde in Grossbritannien gegründet, wo der interne Kulturkampf innerhalb der queeren Szene besonders scharf ausgetragen wird. Inzwischen findet sie auch in Deutschland, der Schweiz und den USA Zuspruch. Ihr gemeinsamer Nenner: die Ablehnung des Queer-Begriffs, den viele Mitglieder als ideologisches Konstrukt und politisch vereinnahmend empfinden.
Prominente Unterstützer dieser Linie sind etwa Alice Weidel (AfD), Jens Spahn (CDU) oder Peter Thiel (Republikaner). Alle eint: Sie leben offen homosexuell, vertreten aber konservative bis rechte Positionen. Sie machen ihre sexuelle Orientierung nicht zum politischen Programm. «Ich bin nicht queer, sondern mit einer Frau verheiratet», sagte Weidel im ARD-Interview 2023. Jens Spahn erklärt schlicht: Er sei schwul, nicht queer.
In der Schweiz stehen der SVP-Politiker Hans-Ueli Vogt und der Freisinnige Hans-Peter Portmann für diese Haltung. Beide wollen nicht länger auf ihre Homosexualität reduziert werden. Vogt betonte in der NZZ, dass er von der queeren Gemeinschaft mehr angefeindet werde wegen seiner politischen Haltung als von der SVP wegen seiner Homosexualität.
Laut der «LGB Alliance» spaltet die Queer-Ideologie, statt zu vereinen.