«Feministisch und militant» hiess das Motto einer unbewilligten Demonstration zum Frauentag am Samstag in Zürich. Die Teilnehmerinnen hielten Wort. Vor allem, was «militant» angeht.
Rund die Hälfte der etwa tausend Frauen entschied sich, am Zürcher Paradeplatz Chaos zu stiften, indem sie den Tramverkehr mit Seilen blockierten. Derweil waren andere damit beschäftigt, eine UBS-Filiale, Tramhäuschen oder auch einfach den Boden mit Farbe zu beschmieren.
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Die Polizei hielt sich laut Medienberichten vorerst zurück. Solange es friedlich bleibe, lasse man die Frauen gewähren, so die Losung.
Neben der Sache der Frau, symbolisiert durch violette Fahnen, diente der Anlass auch gleich als Protestbühne für Iranerinnen und Palästina-Aktivistinnen.
Aber auch sonst hatte das Ganze wenig mit früheren Frauendemos zu tun. So waren zahlreiche Teilnehmerinnen vermummt, einige von ihnen warfen Feuerwerkskörper.
Von einem kreativen Protestzug im Namen der Gleichberechtigung war der Anlass weit entfernt. Man fühlt sich angesichts der Ereignisse eher an den Schwarzen Block und Saubannerzüge zum 1. Mai erinnert.
Irgendwann kam man auch bei der Polizei zum Schluss, dass die Demonstration nicht mehr wie erhofft «friedlich» verläuft. Sie reagierte danach mit Gummischrot, Tränengas und Wasserwerfer.
Eine Bewilligung beantragt hatten die Veranstalter bewusst nicht, weil dieser Behördenakt als «repressives Instrument des Staates» betrachtet wurde.
Dass den Vereinten Nationen ein solcher Verlauf vorschwebte, als sie 1975 erstmals am 8. März den «Tag der Vereinten Nationen für die Rechte der Frau und den Weltfrieden» ausrichteten, ist nicht anzunehmen.