Suchbegriff

Die Weltwoche bietet tägliche Analysen, exklusive Berichte und kritische Kommentare zu Politik, Wirtschaft und Kultur.

Konto Anmelden
Die Weltwoche

Hohe Saläre, Home-Office – und lukrative Nebenjobs: Wie gutverdienende Bundesbeamte sich zusätzlich die Taschen füllen

Anhören ( 2 min ) 1.0× +
Hohe Saläre, Home-Office – und lukrative Nebenjobs: Wie gutverdienende Bundesbeamte sich zusätzlich die Taschen füllen
Hohe Saläre, Home-Office – und lukrative Nebenjobs: Wie gutverdienende Bundesbeamte sich zusätzlich die Taschen füllen
0:00 -0:00
1.0×
100%
Mehr ▾

Die Eidgenössische Finanzkontrolle (EFK) hat geprüft, wie die Bundesverwaltung mit den Nebenbeschäftigungen ihrer Mitarbeiter umgeht. Ja, Sie haben richtig gelesen. Die Staatsdiener beziehen zwar vom Bund üppige Saläre und geniessen generöse Arbeitsbedingungen, es gibt aber einige, die Zeit haben für lukrative Nebenjobs.

© KEYSTONE / ALESSANDRO DELLA VALLE
Die Schweizer Fahne weht auf einer der Kuppeln des Bundeshauses, durch ein Oberlicht der obersten Etage des Parlamentsgebaeudes gesehen.
© KEYSTONE / ALESSANDRO DELLA VALLE

Das ist nicht neu, sondern ein Dauerärgernis in der Bundesverwaltung. 2005 enthüllte Radio SRF, dass Hunderte von Bundesangestellten neben ihrem 100-Prozent-Job in der Verwaltung noch Zeit finden für einträgliche Nebenbeschäftigungen, die von den Departementen mehr oder weniger toleriert werden.

Der Skandal um das Informatikprojekt Insieme der Eidgenössischen Steuerverwaltung zeigte dann 2012 fast exemplarisch auf, wie heikel wirtschaftliche Verflechtungen von Bundesbeamten mit der Privatwirtschaft sein können. Ein Abteilungsleiter der Steuerverwaltung war damals verantwortlich für die Beschaffung von 420 Flachbildschirmen – und gleichzeitig Aktionär der Lieferfirma.

Eigentlich hätte man erwarten können, dass der Bundesrat und das Parlament aufgrund solcher Erfahrungen in der Vergangenheit nebenamtlichen Tätigkeiten von Vollzeitbeschäftigten der Eidgenossenschaft den Riegel schieben. Wie sich jetzt zeigt, sind diese Aktivitäten aber weiter hoch im Kurs.

Sie müssen – wie in der Privatwirtschaft auch – vom Arbeitgeber bewilligt werden. Nur nimmt man es beim Bund eben nicht so genau, wie die Untersuchung der EFK zeigt. Es gab Fälle von nicht gemeldeten Nebenjobs, und teils konnten sogar Interessenskonflikte zwischen Haupt- und Nebenerwerbstätigkeiten nicht ausgeschlossen werden.

Obendrein stellten die Bundeskontrolleure fest, dass auch ungenaue oder falsche Angaben dazu gemacht wurden – und zwar von Mitarbeitern in den höchsten Lohnklassen, die als Kader Vorbild sein müssten für die übrige Belegschaft. Stattdessen sind es genau sie, die flunkern, was den Arbeitsaufwand ihres Nebenjobs betrifft.

Man fragt sich grundsätzlich, warum in diesen Gehaltssphären mit Einkommen zwischen 230.000 und 400.000 Franken überhaupt noch Zusatzverdienste nötig sind. Woher nehmen all diese Beamten überhaupt die Zeit für Nebenbeschäftigungen?

Wahrscheinlich wenn sie im Home-Office weilen, denn 74 Prozent von ihnen gaben im vergangenen Jahr an, dass sie von diesem Angebot Gebrauch machen. Oder jeweils am Freitag, zumal an diesem Wochentag kaum noch jemand in der Verwaltung am Pult sitzt.

Fassen wir das also einmal zusammen: Die Funktionäre des Bundes kassieren überdurchschnittlich hohe Saläre, der Durchschnittslohn beträgt 130.000 Franken pro Jahr. Bei Kündigungen bekommen sie grosszügige Abgangsentschädigungen, das Home-Office ist Standard, und man hat erst noch viel Zeit für einen Nebenjob. Der Bund ist ein wahres Schlaraffenland für seine Staatsdiener und ein Selbstbedienungsladen ohne Kontrolleure. Es wäre an der Zeit, dass die oberste Personalchefin des Bundes, Bundesrätin Karin Keller-Sutter, durchgreift.

Abonnement
1. Start
2. Ihre Angaben
3. Zahlungsart
4. Abo prüfen

Ups! Wir konnten Ihr Formular nicht lokalisieren.

1. Start
2. Ihre Angaben
3. Zahlungsart
4. Abo prüfen

Ups! Wir konnten Ihr Formular nicht lokalisieren.

1. Start
2. Ihre Angaben
3. Zahlungsart
4. Abo prüfen

Ups! Wir konnten Ihr Formular nicht lokalisieren.

1. Start
2. Ihre Angaben
3. Zahlungsart
4. Abo prüfen

Ups! Wir konnten Ihr Formular nicht lokalisieren.

1. Start
2. Ihre Angaben
3. Abo prüfen
Startdatum: 31.03.2026
Mit der Bestellung akzeptieren Sie unsere AGBs.
Ihre Angaben
  • Dieses Feld dient zur Validierung und sollte nicht verändert werden.
  • Dieses Feld wird bei der Anzeige des Formulars ausgeblendet
    (Newsletter kann jederzeit wieder abbestellt werden)

Netiquette

Die Kommentare auf weltwoche.ch/weltwoche.de sollen den offenen Meinungsaustausch unter den Lesern ermöglichen. Es ist uns ein wichtiges Anliegen, dass in allen Kommentarspalten fair und sachlich debattiert wird.

Das Nutzen der Kommentarfunktion bedeutet ein Einverständnis mit unseren Richtlinien.

Scharfe, sachbezogene Kritik am Inhalt des Artikels, an Protagonisten des Zeitgeschehens oder an Beiträgen anderer Forumsteilnehmer ist erwünscht, solange sie höflich vorgetragen wird. Wählen Sie im Zweifelsfall den subtileren Ausdruck.

Unzulässig sind:

  • Antisemitismus / Rassismus
  • Aufrufe zur Gewalt / Billigung von Gewalt
  • Begriffe unter der Gürtellinie/Fäkalsprache
  • Beleidigung anderer Forumsteilnehmer / verächtliche Abänderungen von deren Namen
  • Vergleiche demokratischer Politiker/Institutionen/Personen mit dem Nationalsozialismus
  • Justiziable Unterstellungen/Unwahrheiten
  • Kommentare oder ganze Abschnitte nur in Grossbuchstaben
  • Kommentare, die nichts mit dem Thema des Artikels zu tun haben
  • Kommentarserien (zwei oder mehrere Kommentare hintereinander um die Zeichenbeschränkung zu umgehen)
  • Kommentare, die kommerzieller Natur sind
  • Kommentare mit vielen Sonderzeichen oder solche, die in Rechtschreibung und Interpunktion mangelhaft sind
  • Kommentare, die mehr als einen externen Link enthalten
  • Kommentare, die einen Link zu dubiosen Seiten enthalten
  • Kommentare, die nur einen Link enthalten ohne beschreibenden Kontext dazu
  • Kommentare, die nicht auf Deutsch sind. Die Forumssprache ist Deutsch.

Als Medium, das der freien Meinungsäusserung verpflichtet ist, handhabt die Weltwoche Verlags AG die Veröffentlichung von Kommentaren liberal. Die Prüfer sind bemüht, die Beurteilung mit Augenmass und gesundem Menschenverstand vorzunehmen.

Die Online-Redaktion behält sich vor, Kommentare nach eigenem Gutdünken und ohne Angabe von Gründen nicht freizugeben. Wir bitten Sie zu beachten, dass Kommentarprüfung keine exakte Wissenschaft ist und es auch zu Fehlentscheidungen kommen kann. Es besteht jedoch grundsätzlich kein Recht darauf, dass ein Kommentar veröffentlich wird. Über einzelne nicht-veröffentlichte Kommentare kann keine Korrespondenz geführt werden. Weiter behält sich die Redaktion das Recht vor, Kürzungen vorzunehmen.