Während seiner Zeit als Magazin-Redakteur und Feuilletonkorrespondent der Frankfurter Allgemeinen Zeitung traf sich Jürg Altwegg regelmässig mit Emmanuel Todd in Paris. Die deutschen Medien rissen sich um den französischen Historiker und Demografen, der den Euro kritisierte, den Frankreich den Deutschen als Preis für die Wiedervereinigung aufgedrängt hatte. Todd bescheinigte der politischen Elite seines Landes eine «deutsche Neurose». Jetzt gewährte Todd der Weltwoche ein drittes Interview seit dem Beginn des Kriegs in der Ukraine. Erneut geht es um die deutschen Dämonen und «Lektionen der Vergangenheit». Amerika, so Todd, führe den Ukrainekrieg als Kolonialkrieg eines zerfallenden Imperiums. Und gegen Deutschland, das für seinen Ausbruch mitverantwortlich sei: «Der Krieg ist längst verloren, aber mit der Wahl von Friedrich Merz wird er neu angeheizt», sagt Todd. Und gesteht: «Was wir heute erleben, ist so -verrückt, dass man es nur als Leser von -Science-Fiction verstehen kann.» Seite 10
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Sie bezeichnet sich als «Vollzeit-Kopfschmerz für terroristische Regime». In ihrer Heimat Iran verursacht Masih Alinejad den Mullahs derart Schädelbrummen, dass sie Killer in die USA ausschickten, um die kleine Frau mit der lauten Stimme im Exil zu ermorden. Alinejad zählt zu den prominentesten iranischen Oppositionellen. Auf Instagram generierte sie allein im letzten Monat 429 Millionen Klicks. Urs Gehriger traf sie zum Interview in Genf, wo zeitgleich Atomverhandlungen stattfanden. Seite 24
Tilly Norwood schockiert Hollywood. Sie ist die erste ambitionierte Schauspielerin, die der künstlichen Intelligenz (KI) entsprungen ist. Seit sie vor ein paar Monaten am Zürcher Filmfestival das Licht der Welt erblickte, bangen die Stars um ihre Jobs. Zu Unrecht, sagt Norwood-Erfinderin und Unternehmerin Eline van der Velden: «Ich vernichte keine Jobs, ich schaffe sie.» Im Interview mit der Weltwoche erklärt die niederländische KI-Pionierin zudem Norwoods Innenleben und welche Pläne sie mit der KI-Schauspielerin hegt. «Es ist, wie wenn man ein Kind aufzieht: Man vermittelt ihm Werte. Und dann lässt man es in die Welt hinaus und hofft auf das Beste.» Seite 32
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