Friedrich Merz wollte der Kanzler der Tat sein. Der Mann, der Deutschland wieder «entfesselt». Heraus aus der Lethargie, hin-ein in die Leistungsgesellschaft. Und was ist daraus geworden? Ein Herbst der Reformen – mit so viel Tatkraft wie ein nasser Laubhaufen.
Die erste Nummer im Wanderzirkus: der Mindestlohn. Die SPD will soziale Poesie, Merz liefert Prosa mit Rechenschwäche. Auf 14,60 Euro soll er steigen. Das ist der Preis für seine Kanzlerschaft. Merz zahlt ihn, auch wenn dabei jeder, der schon mal eine Bilanz gesehen hat, weiss: Wer den Preis der Arbeit künstlich hochdreht, bekommt keine Gerechtigkeit – sondern Schattenwirtschaft. Aber Hauptsache, die Genossen können wieder ...