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Hat Trump «America first» verraten? Der Mainstream jubelt nach dem Rücktritt von US-Terrorabwehrchef Joe Kent. Umfragen zeigen: Maga steht mit 94 Prozent hinter «Epic Fury»

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Hat Trump «America first» verraten? Der Mainstream jubelt nach dem Rücktritt von US-Terrorabwehrchef Joe Kent. Umfragen zeigen: Maga steht mit 94 Prozent hinter «Epic Fury»
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Wer hat je von einem Mann namens Joe Kent gehört? Seit Anfang der Woche macht er Schlagzeilen. Er trat als Direktor des Nationalen Zentrums für Terrorismusbekämpfung zurück. Aus Protest. Gegen Trumps Iran-Krieg.

Trump habe kein Gehör für Kritiker, wirft er dem Präsidenten vor. Es habe «keinerlei Geheimdienstinformationen» über einen unmittelbar bevorstehenden iranischen Grossangriff gegeben.

Will Oliver/Keystone
Der Eindruck festigt sich: Die Massenmedien, flankiert von einigen konservativen Meinungsmachern wie Carlson, versuchen alles, Trumps Rückhalt an der eigenen Basis kleinzuschreiben.
Will Oliver/Keystone

Und: Israel und seine Lobby in den USA hätten Trump in den Krieg geködert.

Kents faktenfreie Klage, geäussert auf Tucker Carlsons Onlinepodcast, klingt eher wie eine antisemitische Verschwörungstheorie als nach glaubwürdigen News.

Sie ist ein Festschmaus für Trumps Gegner.

Wie jetzt bekannt wurde, hat das FBI bereits vor Monaten eine Untersuchung gegen Kent eingeleitet. Er stehe unter Verdacht, vertrauliche Informationen der Öffentlichkeit preisgegeben zu haben.

Kents Kritiker werfen ihm ausserdem vor, eine antisemitische und antiisraelische Weltanschauung zu vertreten.

«Er neigt seit langem zu Verschwörungstheorien», schreibt die New York Times. Bei seinem Auftritt mit Carlson «verbreiteten die beiden unbegründete Behauptungen, Israel könnte an einem Attentatsversuch auf Herrn Trump im Jahr 2024 sowie an der Ermordung des rechtsgerichteten Kommentators Charlie Kirk im vergangenen Jahr beteiligt gewesen sein», so die Times weiter.

Tucker Carlson und andere Kriegskritiker unter konservativen Publizisten wie Megyn Kelly und Candace Owens verbreiten die Meinung, Trump habe die «America first»-Politik verraten. Er spalte mit seinem Angriff auf das Mullah-Regime die eigene Basis.

Umfragen unter Trump-Anhängern zeigen das Gegenteil.

84 Prozent der Trump-Wähler, darunter überwältigende 94 Prozent der sich selbst als Maga-Konservative bezeichnenden Wähler, befürworten die Entscheidung von Präsident Trump, US-Luftangriffe auf den Iran anzuordnen.

Zu diesem Schluss kommt eine Studie der Vandenberg Coalition, die nach Ausbruch der Operation «Epic Fury» durchgeführt worden ist.

Auf die Frage, ob die Militäraktion weitergeführt werden solle, antworten 86 Prozent der Trump-Wähler mit «ja». Bloss 6 Prozent der Maga-Konservativen wollen, dass die Vereinigten Staaten den Krieg einstellen.

Die Vandenberg Coalition ist spezialisiert auf Trump-Wähler, bei bisherigen Umfragen konnte sie eine hohe Genauigkeit ausweisen.

Seit Juni 2025 zeigten ihre Umfragen durchweg, dass Trump-Wähler das iranische Atomprogramm als Bedrohung für die Vereinigten Staaten ansehen, heisst es in der aktuellen Studie weiter. Demnach «sagen 85 Prozent der Trump-Wähler, dass es ‹äusserst wichtig› oder ‹sehr wichtig› sei, dass der Iran keine Atombombe erhalten dürfe».

In der Presse wird oft argumentiert, es gebe einen Graben zwischen den Generationen. Die jüngeren Konservativen seien stärker anti-Israelisch eingestellt.

Auch hier kommt die Vandenberg Coalition zu einem anderen Schluss: Unter den 18- bis 29-Jährigen befürworteten 82 Prozent Trumps Entscheidung, «Epic Fury» zu starten.

Und: «84 Prozent der Trump-Wähler – darunter 93 Prozent der Maga-Wähler – unterstützen die militärische Partnerschaft zwischen den USA und Israel.»

Der Eindruck festigt sich: Die Massenmedien, flankiert von einigen konservativen Meinungsmachern wie Carlson, versuchen alles, Trumps Rückhalt an der eigenen Basis kleinzuschreiben.

Gemäss dem Narrativ von der wegbrechenden Basis ist Trump ein «Blindflieger», der von Israel gesteuert werde. Dissidenten wie Kent sind nützliche Figuren, um dieser Kampagne vermeintlich Gravitas zu verleihen.

Mit der Wirklichkeit haben sie wenig zu tun, wie die zitierte Umfrage nahelegt.

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