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Grüezi miteinander, ganz herzlich willkommen und einen wunderschönen guten Morgen, meine sehr verehrten Damen und Herren, liebe Freunde aus nah und fern. Ich begrüsse Sie zur schweizerischen Ausgabe von Weltwoche Daily. Die andere Sicht, unabhängig, kritisch, gut gelaunt am Mittwoch, dem 19. November 2025. Gestern hatte ich einen fantastischen Abend. in der deutschen Landeshauptstadt Erfurt in Thüringen. Thüringen ist ja die Mitte der Mitte Deutschlands, sozusagen die Schweiz der Bundesrepublik. Und als solche leben dort vermutlich die vernünftigsten Deutschen, denn die Schweizer sind ja die vernünftigsten Europäer. Und der Vortrag zum Abschluss meiner Deutschland-Tournee, meiner kleinen vierteiligen Deutschland-Tournee durch die mitteldeutschen Gebiete, aber eben auch durch die westdeutschen Städte, war eine tolle, eine fantastische Erfahrung und gestern also ein krönender Abschluss auf einer Bühne des Varieté-Theaters unweit der Erfurter Altstadt oder schon noch mitten in dieser sehr schönen, noch sehr gut erhaltenen, zum Teil mittelalterlichen. Altstadt, also Erfurt, ist eine Reise wert, vielleicht eine der schönsten Landeshauptstädte Deutschlands überhaupt. Und das sage nicht nur ich, sondern das sind die Befunde von vielen Besuchern. Also herzlichen Dank allen Zuschauern, allen Beteiligten, allen Organisatoren. Das war eine ganz tolle Erfahrung gestern und ein nicht mehr enden wollender Abend. Wir sind dann noch mit dem... Auto nach Zürich gefahren und jetzt direkt sozusagen aus dem Rückraum des Wagens hier ins Institut für fortgeschrittene Gegenwartskunde, denn selbstverständlich werden die Daily-Sendungen auch heute durchgezogen. Mein Thema in Erfurt war die Geopolitik zum einen, der Umbruch der Weltordnung und die daraus resultierenden Folgen für Europa. Für die Schweiz. Und wenn ich jetzt heute die Zeitung aufschlage, dann muss ich einfach schmunzeln, meine Damen und Herren. Ich sehe da in der Neuen Zürcher Zeitung, der Zeitpunkt für den Sturz Maduros ist perfekt. Die Loyalität von Venezuelas Armee ist brüchig und eine glaubwürdige demokratische Nachfolgerin steht bereit. Die Amerikaner haben das Momentum. Ja, jetzt jubelt die NZZ. Wenn die Amerikaner einen Regimewechsel... anstreben in Venezuela, Kanonenbootpolitik in südamerikanischen Gewässern, ja dann zünden sie ein Lämpchen an, dann öffnen sie eine Champagnerflasche. Das ist die Geopolitik, die unseren Freunden da an der Falkenstrasse in Zürich gefällt. Die Amerikaner jetzt mit einem Flugzeugträger und mit einer Kanonenbootpolitik, die machen einen Regimewechsel in Venezuela. Aber wenn der Russe das Gleiche macht, um Himmels Willen, Zeter Mordio, Zusammenbruch der Zivilisation, völkerrechtswidriger Angriffskrieg, geht es eigentlich noch Putin, diese Bedrohung des internationalen Friedens? Aber wenn die Amerikaner genau das Gleiche machen oder anstreben, dann jubeln sie. Ich meine, es ist doch einfach offensichtlich, diese... unterschiedlichen doppelten Maßstäbe, die hier angewendet werden. Und das ist übrigens genau das Thema auch meines Leitartikels, also hier fast schon ein telepathisches Ferngespräch zwischen NZZ und Weltwoche. Ja, die Geopolitik ist zurück, war sie jemals weg, vielleicht auch nur überkleistert mit einem Zuckerguss an Lügen. Und ich habe genau dieses Beispiel Venezuela gebracht. Die Amerikaner sind natürlich Spezialisten. Im Regime Change haben sie auch schon x-mal gemacht und die Russen versuchen es auch, aber sie sind unfähig. Gemessen an den eigenen und an den amerikanischen Massstäben ist das ja jämmerlich, was da Putin vor drei Jahren hingekriegt hat. Er hat es ja auch versucht, Selenskyj zu stürzen mit einer Luftlandeoperation, die dann in die Hosen gegangen ist. Und da ist eben Amerika ganz klar voraus. Aber was sehr auffällig ist, ist einfach die Unterschiedlichkeit der Bewertungsmassstäbe. Also da haben sie es auf dem Silbertablett. Wenn es die Amerikaner machen, dann ist es natürlich grossartig. Wenn es der Russe macht, dann ist es... Abgrund an Bösartigkeit und Unmenschlichkeit, das ist eben die Nicht-Realpolitik. Aus realpolitischer Sicht muss man feststellen, ja, es ist im Grunde das Gleiche, moralisch äquivalent, wenn die Russen da gewaltsam sich einmischen und einbringen, ist das, ja, dasselbe in Grün, was die Amerikaner machen, das ist klassische Geopolitik, klassische Raubtierpolitik. Klassische Revierpolitik ist keine moralische Bewertung, ist keine Aussage darüber, welches Land uns da besser gefällt, welches Regime uns eher zusagt, welche Staatsform, sondern einfach die nüchterne Betrachtung, dass die Gesetze der Geopolitik eben die sind, dass man, wenn man das Gefühl hat, als Grossmacht die eigenen Interessen sein bedroht, dann geht man rein. Und ich meine, dann wird gelogen, dass sich die Balken biegen. Dann kommt Putin mit seiner Nazifizierung oder Entnazifizierung, wobei da auch ein Körnchen Wahrheit drinsteckt, denn tatsächlich sind die Ultranationalisten in Kiew, also nach den Massstäben der deutschen Woken, wären das Supernazis, die man eigentlich sofort aus dem Verkehr ziehen müsste, aber da gelten dann auch wieder ganz andere Massstäbe. Ist ja klar, dass da völlig etwas anderes los ist, ist ja logisch. Und die Amerikaner haben gesagt, mit ihrem Flugzeugträger. USS Gerald R. Ford, wollen Sie da ein paar Drogenkuriere versenken? Wer es glaubt, ich meine, die haben es einfach darauf abgesehen, da natürliche Druck auszuüben. Sie haben ja bereits einer Oppositionellen den Friedensnobelpreis überreicht. Also da steht die Präsidentin schon in den Startlöchtern. Das ist die Kunst des Regime-Change in den Vereinigten Staaten von Amerika. Da müssen wir mal einen Artikel darüber... Schreiben. Bleiben wir noch eine Sekunde bei den USA. Da werden die Epstein-Akten geöffnet. Jetzt hat nun also das Parlament seinen Segen gegeben. Es fehlt noch die Unterschrift des amerikanischen Präsidenten. Diese Epstein-Files sind ja eine wunderbare Projektionsfläche. Ist natürlich eine Story, wo alles drinsteckt. Reichtum, Milliardäre, Sex, vielleicht Kriminalität oder sicher Kriminalität, Verwicklung einflussreicher Persönlichkeiten. Das ist eine übel riechende Blase, die da... aufgestochen werden könnte. Donald Trump in Saudi-Arabien, gute Stimmung mit dem Kronprinzen. Ja, Trump macht es gut. Und klar, über den Fall Khashoggi da, diese fürchterliche Ermordung des Journalisten, der da verschnetzelt wurde, in der, glaube ich, saudischen Botschaft. Darüber redet man nicht. Das sind doch fürchterliche Dinge, die so passieren. Wird abgehakt. Also mit diesem amerikanischen Präsidenten wird auch der sogenannte Moralismus in der Politik, vielleicht auch ein bisschen die Moral, wobei wir wollen da nicht allzu sehr herumheucheln, wird das etwas in den Hintergrund geschoben und das hat auch eine wohltuende Wirkung, weil der Moralismus, also das Tun als ob dieses Gutmenschentum, das ist ja die ganz grosse intellektuelle Seuche da bei uns, vor allem auch in Europa. und es ist gut, wenn ein amerikanischer Präsident mit dem etwas aufräumt. Dann die NZZ versucht zu zeigen, dass die Schweiz sich nicht unterwirft, weder mit dem EU-Vertrag gegenüber Brüssel, noch jetzt mit diesem Zolldeal, sondern das seien Bekräftigungen des eigenen Widerstands- und Selbstbehauptungswillens. Das ist natürlich Wunschdenken. Beim Zolldeal haben wir tatsächlich eine pragmatische Lösung gesucht, die Zölle heruntergebracht, deutlicher. Als die Amerikaner da mit ihren ursprünglichen Ansätzen gewirkt haben, ist einfach diese Politik von Trump etwas ganz anderes. Und mit Trump können sie eben verhandeln. Mit der EU können sie nicht richtig verhandeln. Und diese Verträge, die wir haben, sind sowieso ausverhandelt. Und das sind Verträge, die uns nicht irgendwelche Zolldeals oder Zollsätze aufbrummen, sondern das sind Verträge mit der EU, die die Schweiz verpflichten, EU-Recht direkt zu übernehmen. Und wisst ihr, wenn ich in Deutschland bin, das kann kein Mensch verstehen. Kein Deutscher versteht das, kein Österreicher, warum wir uns, ausgerechnet wir Schweizer, der Europäischen Union annähern wollen. Die fragen mich dann, seid ihr irgendwie, was ist da passiert? Habt ihr einen Dachschaden bekommen in der Schweiz? Oder seid ihr wohlstandsverwahrlos? Wie ist das möglich? Dann, Siebesieche, die Nati zum siebten Mal in Folge an einem grossen Turnier. Die Schweiz hat sich qualifiziert mit dem Fuchs, Jakin als Trainer und seiner Crew da. Mit dem immer etwas ambivalent beurteilten Superspieler Xhaka. Aber da haben wir uns auch schon verschiedentlich darüber geäussert. Solange sie den Doppeladler im Griff haben, wollen wir nichts Negatives sagen. Also man hat sich qualifiziert und vielleicht lernen sie dann irgendwann auch mal noch das Singen der Schweizerischen Nationalhymne. Willi Michel, der Unternehmer von Ipsomed, der wird jetzt da in der NZZ abgefeiert, der Schlossbesitzer und EU-Turbo. der jetzt nochmal mit 78 Jahren eine Firma gründet, aber beachtliche, beeindruckende unternehmerische Karriere, europapolitisch weniger ergiebig, weniger interessant, was er da zu berichten hat. Das, meine Damen und Herren, das Wichtigste, das Zentrale, oder habe ich noch was vergessen? Ah doch, Service Citoyen, verliert deutlich an Zuspruch, das ist diese Volksinitiative, diese Abstimmung. Da soll es darum gehen, die Wehrpflicht zu untergraben durch einen allgemeinen Bürgerdienst. Gut gemeint, aber in der Konsequenz nicht viel damit. Ja, da steckt jetzt nicht so viel Substanz drin. Das Ganze wird jetzt offensichtlich auch in der Zustimmung nicht mehr so hoch taxiert. Ohne Sicherheitsrat stimmt Trumps Friedensplan zu. Trump auf dem Weg zum Friedensnobelpreis. Ja, warum auch nicht, wenn es ihm gelingt und auch in der Ukraine. Ich werde dann darüber noch ein paar Gedanken verlieren in der internationalen Ausgabe. Da gibt es ganz neue Entwicklungen, die wir da nicht ausser Acht lassen sollten, die unsere Mainstream-Medien hingegen nicht berücksichtigen. Das war's, Weltwoche Daily fürs Erste. Jetzt melde ich mich zurück mit der internationalen Ausgabe. Bis gleich, merci und einen schönen Tag.

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Hat die Schweiz einen Dachschaden? Deutsche wundern sich über EU-Politik des Bundesrats. Fantastischer Tourneeabschluss in Erfurt. Wenn die USA Venezuela angreifen, jubeln die Medien. Fussballteam qualifiziert sich für WM

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Hat die Schweiz einen Dachschaden? Deutsche wundern sich über EU-Politik des Bundesrats. Fantastischer Tourneeabschluss in Erfurt. Wenn die USA Venezuela angreifen, jubeln die Medien. Fussballteam qualifiziert sich für WM
Hat die Schweiz einen Dachschaden? Deutsche wundern sich über EU-Politik des Bundesrats. Fantastischer Tourneeabschluss in Erfurt. Wenn die USA Venezuela angreifen, jubeln die Medien. Fussballteam qualifiziert sich für WM
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