Hand in Hand mit Nato-Denkfabriken: Schweizer Verteidigungsdepartement nimmt im Kampf gegen unliebsame Meinungen Fahrt auf
Suchbegriff

Die Weltwoche bietet tägliche Analysen, exklusive Berichte und kritische Kommentare zu Politik, Wirtschaft und Kultur.

Konto Anmelden
Die Weltwoche

Hand in Hand mit Nato-Denkfabriken: Schweizer Verteidigungsdepartement nimmt im Kampf gegen unliebsame Meinungen Fahrt auf

Anhören ( 2 min ) 1.0× +
Hand in Hand mit Nato-Denkfabriken: Schweizer Verteidigungsdepartement nimmt im Kampf gegen unliebsame Meinungen Fahrt auf
Hand in Hand mit Nato-Denkfabriken: Schweizer Verteidigungsdepartement nimmt im Kampf gegen unliebsame Meinungen Fahrt auf
0:00 -0:00
1.0×
100%
Mehr ▾

Was tun gegen eine Flut an Fake News? Warum haben westliche Regierungen mit Vertrauensverlusten zu kämpfen? Über derlei und weitere Fragen dürfte Markus Mäder, Staatssekretär für Sicherheitspolitik (Sepos) in Martin Pfisters Verteidigungsdepartement (VBS), sich vergangene Woche in London mit Lord Vernon Coaker, Staatsminister im Verteidigungsministerium, sowie Jonathan Powell, dem Nationalen Sicherheitsberater des Vereinigten Königreichs, ausgetauscht haben.

Peter Klaunzer/Keystone
Bundesrat Martin Pfister (links) und Staatssekretär für Sicherheitspolitik Markus Mäder (rechts) an einer Medienkonferenz, 10. Oktober 2025.
Peter Klaunzer/Keystone

Mäder, der von Vertretern der Gruppe Verteidigung, Armasuisse und der Schweizer Botschaft in London begleitet wurde, traf sich dort ebenfalls mit Vertretern Nato-affiner Denkfabriken vom The Royal United Services Institute (Rusi) und dem International Institute for Strategic Studies (IISS).

Im Fokus der Gespräche standen sogenannte hybride Bedrohungen und die «Bekämpfung von Beeinflussungsoperationen». Auch potenzielle Massnahmen zur Umsetzung der sicherheitspolitischen Strategie kamen aufs Tapet. In der Schweiz verlangt diese, künftig vermehrt gegen sogenannte Desinformationen aus Russland, China und weiteren östlichen Staaten vorzugehen.

Der Austausch lässt aufhorchen. Arbeiten Mäder und Co. daran, künftig auch in der Schweiz härter gegen unliebsame Meinungen vorzugehen? Von den Think-Tanks Rusi und IISS dürfte der Staatssekretär jedenfalls besten Anschauungsunterricht erhalten haben. Sind doch beide Organisationen auf der Seite der Ukraine und der Nato eng eingebunden in den Propagandakrieg gegen Russland. Ein Senior Fellow der Denkfabrik Rusi plädiert offen dafür, eine nationale «Disinformation Agency» einzurichten, um damit die «kognitive Resilienz» der Nation im «Informationskrieg» gegen Russland zu stärken.

So weit geht man in Pfisters Departement noch nicht. Doch auch den Beamten im VBS schwebt Ähnliches vor. Die Behörde hat jüngst bekanntlich eine interdepartementale Arbeitsgruppe gegen Desinformation eingerichtet, die unliebsame Ansichten mit sogenannten reaktiven Massnahmen bekämpfen will. In einem «Grundlagenpapier Informationsraum», das das VBS gegenwärtig noch unter Verschluss hält, sind solche bereits aufgelistet.

«Die Schweizer Armee verfügt aktuell über begrenzte Fähigkeiten zur militärischen Wirkung im Informationsraum», heisst es aus dem Departement. Das Grundlagenpapier enthalte eine «Analyse und mögliche Massnahmen [dafür], die identifizierten Fähigkeitslücken zu schliessen».

Tüftelt Martin Pfisters Departement bereits an einer Art nationaler Agentur zur Bekämpfung von Fake News? Die engen Abstimmungen mit Nato-Denkfabriken und britischen Sicherheitsvertretern werfen vor diesem Hintergrund Fragen auf. Anders als Grossbritannien, dessen Militär und Geheimdienste stark involviert sind in der Ukraine, ist die Schweiz als neutraler Staat zur Zurückhaltung aufgefordert.

Abonnement
1. Start
2. Ihre Angaben
3. Zahlungsart
4. Abo prüfen

Ups! Wir konnten Ihr Formular nicht lokalisieren.

1. Start
2. Ihre Angaben
3. Zahlungsart
4. Abo prüfen

Ups! Wir konnten Ihr Formular nicht lokalisieren.

1. Start
2. Ihre Angaben
3. Zahlungsart
4. Abo prüfen

Ups! Wir konnten Ihr Formular nicht lokalisieren.

1. Start
2. Ihre Angaben
3. Zahlungsart
4. Abo prüfen

Ups! Wir konnten Ihr Formular nicht lokalisieren.

1. Start
2. Ihre Angaben
3. Abo prüfen
Startdatum: 01.04.2026
Mit der Bestellung akzeptieren Sie unsere AGBs.
Ihre Angaben
  • Dieses Feld dient zur Validierung und sollte nicht verändert werden.
  • Dieses Feld wird bei der Anzeige des Formulars ausgeblendet
    (Newsletter kann jederzeit wieder abbestellt werden)

Netiquette

Die Kommentare auf weltwoche.ch/weltwoche.de sollen den offenen Meinungsaustausch unter den Lesern ermöglichen. Es ist uns ein wichtiges Anliegen, dass in allen Kommentarspalten fair und sachlich debattiert wird.

Das Nutzen der Kommentarfunktion bedeutet ein Einverständnis mit unseren Richtlinien.

Scharfe, sachbezogene Kritik am Inhalt des Artikels, an Protagonisten des Zeitgeschehens oder an Beiträgen anderer Forumsteilnehmer ist erwünscht, solange sie höflich vorgetragen wird. Wählen Sie im Zweifelsfall den subtileren Ausdruck.

Unzulässig sind:

  • Antisemitismus / Rassismus
  • Aufrufe zur Gewalt / Billigung von Gewalt
  • Begriffe unter der Gürtellinie/Fäkalsprache
  • Beleidigung anderer Forumsteilnehmer / verächtliche Abänderungen von deren Namen
  • Vergleiche demokratischer Politiker/Institutionen/Personen mit dem Nationalsozialismus
  • Justiziable Unterstellungen/Unwahrheiten
  • Kommentare oder ganze Abschnitte nur in Grossbuchstaben
  • Kommentare, die nichts mit dem Thema des Artikels zu tun haben
  • Kommentarserien (zwei oder mehrere Kommentare hintereinander um die Zeichenbeschränkung zu umgehen)
  • Kommentare, die kommerzieller Natur sind
  • Kommentare mit vielen Sonderzeichen oder solche, die in Rechtschreibung und Interpunktion mangelhaft sind
  • Kommentare, die mehr als einen externen Link enthalten
  • Kommentare, die einen Link zu dubiosen Seiten enthalten
  • Kommentare, die nur einen Link enthalten ohne beschreibenden Kontext dazu
  • Kommentare, die nicht auf Deutsch sind. Die Forumssprache ist Deutsch.

Als Medium, das der freien Meinungsäusserung verpflichtet ist, handhabt die Weltwoche Verlags AG die Veröffentlichung von Kommentaren liberal. Die Prüfer sind bemüht, die Beurteilung mit Augenmass und gesundem Menschenverstand vorzunehmen.

Die Online-Redaktion behält sich vor, Kommentare nach eigenem Gutdünken und ohne Angabe von Gründen nicht freizugeben. Wir bitten Sie zu beachten, dass Kommentarprüfung keine exakte Wissenschaft ist und es auch zu Fehlentscheidungen kommen kann. Es besteht jedoch grundsätzlich kein Recht darauf, dass ein Kommentar veröffentlich wird. Über einzelne nicht-veröffentlichte Kommentare kann keine Korrespondenz geführt werden. Weiter behält sich die Redaktion das Recht vor, Kürzungen vorzunehmen.