In mehreren Hamburger Stadtteilen schlagen Eltern und Lehrer Alarm: Muslimische Schüler schikanieren zunehmend Mitschüler, die sie als «Nichtgläubige» betrachten. Der Druck reicht von religiös begründeter Ausgrenzung über Mobbing bis hin zu körperlichen Übergriffen. Wie das Onlineportal der Hamburger Morgenpost schreibt, sehen sich Mädchen ohne Kopftuch, jüdische Kinder oder Teilnehmende am Musikunterricht gezielter Anfeindung ausgesetzt.
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Der Islamismus-Experte Ahmad Mansour kritisierte scharf die Untätigkeit der Hamburger Politik. Die Stadt sei «Spitzenreiter in der Verharmlosung und Verdrängung des Problems». Lehrkräfte hätten oft Angst, sich zu äussern, aus Sorge, als rassistisch gebrandmarkt zu werden. Auch eine Lehrerin berichtet anonym, dass Schüler den Musikunterricht verweigerten, weil dieser als «haram» gelte.
Die Vorfälle seien keine Einzelfälle mehr, heisst es. Laut Mansour ist dies das Ergebnis gezielter Radikalisierungsversuche durch islamistische Gruppen wie «Muslim Interaktiv», die über Plattformen wie Tiktok Einfluss auf Jugendliche nehmen. Eltern berichten von Kindern, die plötzlich ihre eigenen Familien wegen angeblich unislamischen Verhaltens kritisieren.
Auch der Hamburger Senat erkennt inzwischen eine «kleine, aber sehr präsente Gruppe» muslimischer Schüler, die ihre religiösen Überzeugungen aggressiv vertreten. Als Reaktion sollen nun 100 neue Stellen in der Schulsozialarbeit geschaffen werden, um Dialogräume zu schaffen und klare Regeln im Schulalltag durchzusetzen.