Auf dem Landesparteitag der Berliner Linken hat Spitzenkandidatin Elif Eralp ein umfassendes kommunales Wahlrecht für alle Ausländer gefordert – unabhängig vom deutschen Pass. «Natürlich sollten sie auch unabhängig vom deutschen Pass das Wahlrecht haben. Das ist doch eine demokratische Selbstverständlichkeit», sagte Eralp am Samstag im Dong Xuan Center in Berlin-Lichtenberg. Der Vorschlag erhielt breiten Applaus unter den Delegierten.
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Eralp begründete die Forderung laut Apollo News mit dem Beitrag von Migranten zur gesellschaftlichen Entwicklung Berlins: «Menschen mit Migrationsgeschichte machen fast die Hälfte der Berliner Bevölkerung aus und gehören nicht nur zum Stadtbild, sondern haben diese Stadt, wie alle anderen Städte Deutschlands, mit aufgebaut.» Sie verwies auf die historische Rolle der sogenannten Gastarbeitergeneration und betonte zugleich die Bedeutung der heutigen Einwanderung aus Konfliktregionen.
Die Initiative könnte ein zentrales Thema im Wahlkampf 2026 werden – Eralp gilt als Favoritin für das Amt der Regierenden Bürgermeisterin. Ihre Forderung zielt nicht nur auf Integration, sondern versteht sich als Signal für eine inklusive Demokratie. Kritiker warnen allerdings vor einem Bruch mit den verfassungsrechtlichen Grundlagen des Staatsbürgerprinzips.