Am 7. Dezember kommt mit «Jetzt. Wohin.» ein Film in die Kinos, der das Scheitern der Grünen bei der Bundestagswahl 2025 aus nächster Nähe dokumentiert – allerdings aus der Perspektive eines Unterstützers, berichtet die Zeitung Die Welt. Regisseur Lars Jessen, langjähriger Freund Robert Habecks, will damit die Gründe für das schwache Wahlergebnis aufarbeiten. Im Februar holte die Partei nur 11,6 Prozent – ein Resultat, das viele als schwere Niederlage werteten.
Florida Film/Pandora Film
Jessen begleitete Habeck im Wahlkampf nicht nur mit der Kamera, sondern auch als Unterstützer: Mit dem Projekt «Grüne Küche» vernetzte er Aktivisten, Mediengesichter und Wissenschaftler wie Maja Göpel, um social-media-taugliche Inhalte zu produzieren. Im Film wird Habeck durchgehend als glaubwürdiger, aufrichtiger Politiker gezeichnet – kritische Distanz fehlt weitgehend, urteilt die Welt.
Stattdessen werden externe Schuldige gesucht: Medien, politische Gegner, die FDP, die Bild-Zeitung und sogar Elon Musk. Besonders das Heizungsgesetz wird als Opfer einer orchestrierten Kampagne dargestellt. In einem Moment der Reflexion gibt Habeck selbst zu: «Ich habe ja viel Schuld auf mich genommen.» Doch die Kritik im Film richtet sich vor allem gegen CDU-Politiker wie Merz oder Spahn, die Habecks Pläne erst bekämpft, später übernommen hätten.
Die zentrale These des Films: Nicht Habeck, sondern das politische Klima habe die Wahl entschieden. Migration und Sicherheit dominierten die Debatte – ein Thema, bei dem die Grünen laut Film keine Chance hatten. Talkshows wie die von Markus Lanz hätten aus Sicht Jessens zu stark auf einzelne Gewaltverbrechen fokussiert.
Eine bittere Einsicht formuliert Musiker Jan «Monchi» Gorkow im Film: «Habeck hätte machen können, was er will. Die Leute hassen die Grünen zutiefst.» Die Partei sei zum Symbol einer überheblichen Moralpolitik geworden.