Suchbegriff

Die Weltwoche bietet tägliche Analysen, exklusive Berichte und kritische Kommentare zu Politik, Wirtschaft und Kultur.

Konto Anmelden
Die Weltwoche

«Gute Ideen werden nicht schlecht, weil sie von einer ungeliebten Partei vorgetragen werden»: Deutscher Ex-Verfassungsrichter hält an seinen Steuerreform-Plänen fest – trotz Zuspruch von der AfD

Anhören ( 1 min ) 1.0× +
«Gute Ideen werden nicht schlecht, weil sie von einer ungeliebten Partei vorgetragen werden»: Deutscher Ex-Verfassungsrichter hält an seinen Steuerreform-Plänen fest – trotz Zuspruch von der AfD
«Gute Ideen werden nicht schlecht, weil sie von einer ungeliebten Partei vorgetragen werden»: Deutscher Ex-Verfassungsrichter hält an seinen Steuerreform-Plänen fest – trotz Zuspruch von der AfD
0:00 -0:00
1.0×
100%
Mehr ▾

Der frühere Verfassungsrichter Paul Kirchhof glaubt weiter an seine grosse Steuerreform – auch zwanzig Jahre nach seinem politischen Scheitern.

In der Welt erklärt der 82-Jährige, warum seine Ideen aktueller sind denn je und weshalb es ihn nicht stört, dass nun ausgerechnet die AfD sie wieder aufgreift: «Gute Ideen werden nicht schlecht, weil sie von einer ungeliebten Partei vorgetragen werden.»

BERND VON JUTRCZENKA / KEYSTONE
«Gute Ideen werden nicht schlecht, weil sie von einer ungeliebten Partei vorgetragen werden»: Deutscher Ex-Verfassungsrichter hält an seinen Steuerreform-Plänen fest – trotz Zuspruch von der AfD
BERND VON JUTRCZENKA / KEYSTONE

Kirchhof, einst als «Professor aus Heidelberg» von Kanzler Gerhard Schröder verspottet, wollte das deutsche Steuersystem radikal vereinfachen: ein Einheitssatz von 25 Prozent, Abschaffung fast aller Ausnahmen, nur vier statt 40 Steuerarten.

«Unser Fehler lag nicht in der Sache, sondern in der Kommunikation», sagt er rückblickend auf den Wahlkampf 2005, in dem seine Vorschläge von Gegnern als «Elitenentlastung» diffamiert wurden. Tatsächlich, so Kirchhof, hätten auch Krankenschwestern dank Freibeträgen und sozialer Staffelung weniger Steuern gezahlt.

Die Grundidee bleibe richtig: ein einfaches, gerechtes System, das Leistung belohnt und Gestaltungslücken schliesst. «Eine radikale Steuerreform ist kein Elitenprojekt, sondern ein Freiheitsprojekt für die Mitte», betont er. Digitalisierung und Bürokratieabbau verlangten geradezu nach einem schlanken System.

Zur AfD-Debatte sagt er nüchtern: Er habe «mit keinem von der AfD gesprochen», doch deren Antrag im Bundestag beweise, dass sein Konzept verstanden worden sei. Entscheidend sei die fachliche Qualität, nicht der Absender.

Kirchhof fordert zudem eine vereinfachte Erbschaftsteuer mit klaren Freibeträgen und massvollen Sätzen, eine einheitliche Besteuerung aller Gewinne und eine «Demokratiesteuer auf Konsum» in Form der Mehrwertsteuer. Sein 100-Tage-Plan: Bürokratiemoratorium, Streichung ineffizienter Kleinststeuern, vorausgefüllte Steuererklärungen und ein einheitlicher Einkommensbegriff.

Abonnement
1. Start
2. Ihre Angaben
3. Zahlungsart
4. Abo prüfen

Ups! Wir konnten Ihr Formular nicht lokalisieren.

1. Start
2. Ihre Angaben
3. Zahlungsart
4. Abo prüfen

Ups! Wir konnten Ihr Formular nicht lokalisieren.

1. Start
2. Ihre Angaben
3. Zahlungsart
4. Abo prüfen

Ups! Wir konnten Ihr Formular nicht lokalisieren.

1. Start
2. Ihre Angaben
3. Zahlungsart
4. Abo prüfen

Ups! Wir konnten Ihr Formular nicht lokalisieren.

1. Start
2. Ihre Angaben
3. Abo prüfen
Startdatum: 01.04.2026
Mit der Bestellung akzeptieren Sie unsere AGBs.
Ihre Angaben
  • Dieses Feld dient zur Validierung und sollte nicht verändert werden.
  • Dieses Feld wird bei der Anzeige des Formulars ausgeblendet
    (Newsletter kann jederzeit wieder abbestellt werden)

Netiquette

Die Kommentare auf weltwoche.ch/weltwoche.de sollen den offenen Meinungsaustausch unter den Lesern ermöglichen. Es ist uns ein wichtiges Anliegen, dass in allen Kommentarspalten fair und sachlich debattiert wird.

Das Nutzen der Kommentarfunktion bedeutet ein Einverständnis mit unseren Richtlinien.

Scharfe, sachbezogene Kritik am Inhalt des Artikels, an Protagonisten des Zeitgeschehens oder an Beiträgen anderer Forumsteilnehmer ist erwünscht, solange sie höflich vorgetragen wird. Wählen Sie im Zweifelsfall den subtileren Ausdruck.

Unzulässig sind:

  • Antisemitismus / Rassismus
  • Aufrufe zur Gewalt / Billigung von Gewalt
  • Begriffe unter der Gürtellinie/Fäkalsprache
  • Beleidigung anderer Forumsteilnehmer / verächtliche Abänderungen von deren Namen
  • Vergleiche demokratischer Politiker/Institutionen/Personen mit dem Nationalsozialismus
  • Justiziable Unterstellungen/Unwahrheiten
  • Kommentare oder ganze Abschnitte nur in Grossbuchstaben
  • Kommentare, die nichts mit dem Thema des Artikels zu tun haben
  • Kommentarserien (zwei oder mehrere Kommentare hintereinander um die Zeichenbeschränkung zu umgehen)
  • Kommentare, die kommerzieller Natur sind
  • Kommentare mit vielen Sonderzeichen oder solche, die in Rechtschreibung und Interpunktion mangelhaft sind
  • Kommentare, die mehr als einen externen Link enthalten
  • Kommentare, die einen Link zu dubiosen Seiten enthalten
  • Kommentare, die nur einen Link enthalten ohne beschreibenden Kontext dazu
  • Kommentare, die nicht auf Deutsch sind. Die Forumssprache ist Deutsch.

Als Medium, das der freien Meinungsäusserung verpflichtet ist, handhabt die Weltwoche Verlags AG die Veröffentlichung von Kommentaren liberal. Die Prüfer sind bemüht, die Beurteilung mit Augenmass und gesundem Menschenverstand vorzunehmen.

Die Online-Redaktion behält sich vor, Kommentare nach eigenem Gutdünken und ohne Angabe von Gründen nicht freizugeben. Wir bitten Sie zu beachten, dass Kommentarprüfung keine exakte Wissenschaft ist und es auch zu Fehlentscheidungen kommen kann. Es besteht jedoch grundsätzlich kein Recht darauf, dass ein Kommentar veröffentlich wird. Über einzelne nicht-veröffentlichte Kommentare kann keine Korrespondenz geführt werden. Weiter behält sich die Redaktion das Recht vor, Kürzungen vorzunehmen.