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«Gruppenvergewaltiger? Das kann auch ein australischer Austauschstudent sein»: «Hart aber Fair»-Moderator Klamroth ist auf dem syrischen, afghanischen, irakischen, türkischen Auge blind

Es ist nicht das erste Mal, dass sich «Hart aber Fair»-Moderator Louis Klamroth einen Aussetzer leistet, wenn es um Sexualdelikte gegen Frauen geht.

Bereits im Juni 2023 hatte er eine junge CDU-Kommunalpolitikerin verhöhnt, als diese über sexuelle Belästigung in deutschen Innenstädten sprach. Zwar sei sie zum Glück noch nie körperlich angegangen worden, berichtet die Verwaltungsfachangestellte, empfinde es aber als unangenehm, wenn sie durch Brennpunktstrassen in grösseren Städten laufe, und junge Männer, deren Sprache sie teilweise nicht einmal verstehe, Sprüche hinterherrufen würden.

«Gruppenvergewaltiger? Das kann auch ein australischer Austauschstudent sein»: «Hart aber Fair»-Moderator Klamroth ist auf dem syrischen, afghanischen, irakischen, türkischen Auge blind

Klamroth konterte damals mit einem süffisanten Lächeln und der Frage, ob sie denn Englisch spräche. Als ob die Frau von irgendwelchen Touristen gesprochen hätte und nicht vorrangig von Migranten aus dem arabischen und afghanischem Sprachraum. Das Publikum lachte ebenfalls. Es war ein unwürdiger Moment, der verdeutlichte, wie weit Moderator Klamroth von der Lebensrealität von Frauen in diesem Land entfernt ist.

In eine ganz ähnliche Kerbe schlägt der Plassberg-Nachfolger nun auch in der gestrigen Sendung, als AfD-Politikerin Beatrix von Storch die Zahl der Gruppenvergewaltigungen in Deutschland erwähnt. Zwar stimmt er der Bundestagsabgeordneten bei der Zahl der Gruppenvergewaltigungen (761 allein in 2023!) zu, auch, dass knapp 50 Prozent der Täter keinen deutschen Pass besitzen, räumt der Moderator ein. «Nur, woher die kommen, das weiss man nicht», so Klamroth. Und weiter: «Das können Flüchtlinge sein, das kann aber auch ein australischer Austauschstudent zum Beispiel sein.»

Damit offenbart der 35-Jährige, dass er sich offenbar nicht intensiv auf das Thema vorbereitet hat. Tatsächlich kann man nämlich sehr wohl feststellen, aus welchen Ländern die Tatverdächtigen kommen. So stellte die AfD-Fraktion hierzu bereits eine Anfrage an die Bundesregierung, die mit offiziellen Zahlen aus der polizeilichen Kriminalitätsstatistik antwortete. Die häufigsten Herkunftsländer: Syrien, Afghanistan, Irak und die Türkei. Australier, Japaner oder EU-Ausländer finden sich in der Liste nicht.

Darüber hinaus sei auf eine weitere Anfrage der AfD in Nordrhein-Westfalen verwiesen. Hier kam es in 2023 allein zu 209 Gruppenvergewaltigungen mit insgesamt 155 ermittelten Tatverdächtigen. 84 davon mit ausländischem, 71 mit deutschem Pass. Hier fragte die AfD explizit nach den Vornamen der deutschen Tatverdächtigen, um auf einen etwaigen Migrationshintergrund schliessen zu können. Dabei kam heraus, dass von den 71 deutschen Tatverdächtigen mutmasslich 37 über einen Migrationshintergrund verfügen.

Dem Namen nach zu urteilen zumeist einen türkischen, gefolgt von arabischen, italienischen und osteuropäischen. Macht summa summarum 121 von 155 Tätern mit ausländischem Pass oder Migrationshintergrund, oder einen Anteil nicht-biodeutscher Täter von 78,1 Prozent. Auch unter diesen Tatverdächtigen findet sich kein einziger australischer Austauschstudent.

Warum Klamroth solche Scheindebatten führt, dürfte klar sein. Es kann nicht sein, was nicht sein darf. Dafür wirft man im linken Spektrum auch gerne die körperliche Unversehrtheit von Frauen vor den Bus. Wieder einmal wird deutlich, dass die wahren Frauenfeinde nicht im konservativen, sondern im angeblich so feministischen, woken Spektrum sitzen. Dort, wo Männer Frauen sein können, sexuelle Belästigung an schlechten Englischkenntnissen liegt und Gruppenvergewaltigungen genauso auch von australischen Austauschstudenten begangen werden können.

Und morgen demonstrieren wir alle wieder gegen rechts. Wenn wir uns noch auf die Strasse trauen.

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