Der Grünen-Politiker Cem Özdemir fordert ein bundesweites Verbot von Social-Media-Plattformen wie Tiktok oder Instagram für unter 16-Jährige. «Wir lassen Jugendliche auch nicht einfach ohne Führerschein hinters Steuer. Es gibt Fahrstunden und ein schrittweises Ranführen. So müssen wir es auch mit den sozialen Medien halten», sagte der Spitzenkandidat seiner Partei für die Landtagswahl 2026 in Baden-Württemberg der Deutschen Presse-Agentur.
BERND WEISSBROD / KEYSTONE
Özdemir begründet seinen Vorstoss mit dem Schutz junger Menschen vor den Risiken unbegleiteter Mediennutzung. Kinder und Jugendliche müssten lernen, verantwortungsvoll mit Smartphones und Online-Plattformen umzugehen – «aber das muss eben eng begleitet werden». Wenn selbst Betreiber sozialer Netzwerke ihren eigenen Kindern den Zugang verweigerten, müsse das «bei uns allen die Alarmglocken läuten» lassen, so Özdemir.
Auch mögliche Alterskontrollen will der frühere Agrarminister nicht ausschliessen. Die oft geäusserte Skepsis, ein solches Verbot sei nicht durchsetzbar, weist er zurück: «Das ist eine Frage des politischen Willens.» Er verglich die Forderung mit dem Alkoholverbot für Kinder: Niemand würde ernsthaft vorschlagen, dies aufzuheben.
Laut Özdemir haben ihm Jugendliche selbst berichtet, dass klare Regeln helfen würden, da sie sich von der Flut an Inhalten oft überfordert fühlen. Eltern und Schulen seien mit der Begleitung meist überfordert – «auch ich, und ich bilde mir wirklich ein, mobiltelefonaffin zu sein».