Die Schweiz ist «SUV-Weltmeister», schreibt der Tages-Anzeiger. 55,7 Prozent aller 2024 neuzugelassenen Autos waren sogenannte Sport Utility Vehicles. Damit übertrifft die Eidgenossenschaft selbst das Autoland Deutschland deutlich. Nun fordert Grünen-Nationalrätin Marionna Schlatter eine landesweite Steuer auf besonders schwere und leistungsstarke Fahrzeuge, um den Trend zu stoppen.
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Die geplante Lenkungsabgabe orientiert sich am italienischen «Superbollo»-Modell: Autos mit mehr als 225 PS (165 kW) und über zwei Tonnen Gewicht sollen künftig progressiv besteuert werden. Die Einnahmen sollen zweckgebunden in ökologische Verkehrsprojekte fliessen – etwa den Ausbau der E-Mobilität.
Schlatter warnt vor gravierenden Folgen: «Der Trend zu immer schwereren und leistungsstärkeren Autos führt in der Schweiz zu massiven Problemen.» Neben dem höheren Ressourcenverbrauch und Schadstoffausstoss nennt sie auch Pneu-Abrieb und Sicherheitsrisiken.
Bisherige Vorstösse scheiterten, doch nach dem jüngsten Nein zum Autobahnausbau hoffen die Grünen auf ein Umdenken. Schlatter sieht Rückenwind: «Die Sympathien im Parlament, etwas gegen diese Autos zu unternehmen, gehen mittlerweile weit über das linksgrüne Lager hinaus.»
Den Kommentar von Weltwoche-Verleger und -Chefredaktor Roger Köppel sehen Sie in seiner heutigen Ausgabe von «Weltwoche daily» Schweiz: