Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) will die wirtschaftlichen und diplomatischen Beziehungen zu China ausbauen. Zum Auftakt seines China-Besuchs sagte er bei einem Treffen mit Ministerpräsident Li Qiang in Peking: «Ich lege grossen Wert darauf, diese zu erhalten und auch zu vertiefen – überall, wo das möglich ist.»
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Merz betonte die Notwendigkeit einer engen Zusammenarbeit auf europäischer Ebene. «Wir tragen gemeinsam Verantwortung in der Welt, und dieser Verantwortung sollten wir auch gemeinsam gerecht werden.» Es gebe «grosses Potenzial für weiteres Wachstum» beider Volkswirtschaften. Dafür seien «offene Gesprächskanäle» nötig. Der Kanzler kündigte Besuche von Fachministern in den nächsten Monaten an.
Li sprach von einer «stabilen» Weiterentwicklung der bilateralen Beziehungen. Angesichts von Unilateralismus und Protektionismus «in einigen Ländern und Regionen» rief er dazu auf, das Vertrauen in die Zusammenarbeit zu festigen und «gemeinsam Multilateralismus sowie freien Handel zu wahren». China sei bereit, den Dialog zu stärken.
Nach dem Treffen unterzeichneten beide Seiten fünf Regierungsabkommen. Vereinbart wurde unter anderem die Fortsetzung der Kooperation im Kampf gegen den Klimawandel. Zudem soll ein Abkommen den Weg zur Wiederaufnahme des 2020 wegen der Afrikanischen Schweinepest gestoppten Exports von deutschem Schweinefleisch ebnen. Ein weiteres Protokoll soll den Handel mit Hühnerfüssen wieder ermöglichen.