Eine Heirat zwischen einem Cousin und seiner Cousine ist in Teilen Pakistans alltäglich. Besonders dann, wenn die Eltern eines Brautpaars die Verbindung arrangiert haben, weil sie sich davon materielle Vorteile erhoffen. Kein Wunder deshalb, dass auch in der pakistanischen Gemeinschaft Grossbritanniens diese Form der Ehe gepflegt wird. Oftmals, nicht immer, sehen der Bräutigam und die Braut einander kurz vor der Heirat zum ersten Mal.
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Der konservative Parlamentsabgeordnete Richard Holden aus Nordengland verlangt nun, Ehen zwischen Cousins und Cousinen gesetzlich zu verbieten. Er verweist auf wissenschaftliche Studien, die belegen, dass genetische Gesundheitsrisiken für die Kinder solcher Paare doppelt so hoch sind wie für die übrigen, nämlich 6 statt 3 Prozent. Eine Untersuchung der BBC hat zudem ergeben, dass die Wahrscheinlichkeit intellektueller und/oder körperlicher Einschränkung beim Nachwuchs deutlich höher liegt. Der Politiker verweist also zu Recht auf einen Missstand.
Aber die Labour-Regierung von Keir Starmer weigert sich, das Anliegen aufzugreifen. Denn die muslimische Fraktion in den eigenen Reihen sieht ihre kulturelle Eigenständigkeit bedroht: Wenn die Eltern das eheliche Glück ihrer Kinder nicht mehr arrangieren dürfen, wer dann sonst?
Der britische Premierminister Keir Starmer ist zwar ein integrer Mann, der mit seiner jüdischen Familie keinerlei Sympathien für den politischen Islam hegt. Aber er ist seit Amtsantritt ein Getriebener der Parteilinken. Er hat zu wenig Rückgrat, um Widerstand gegen die mit dem politischen Islam sympathisierenden Aktivisten zu leisten. Zumindest vorläufig müssen die muslimischen Patriarchen im Vereinigten Königreich keinen Machteinbruch befürchten.