Vor Asylunterkünften in mehreren britischen Städten ist es erneut zu gewaltsamen Auseinandersetzungen zwischen Anhängern der rechtsextremen Gruppierung Britain First und linken Gegendemonstranten gekommen. In Manchester und London griff die Polizei ein, trennte die Lager und nahm mehrere Personen fest. Die Proteste richteten sich gegen die Unterbringung von Migranten – vor allem jungen Männern, die kürzlich in Booten über den Ärmelkanal kamen, berichtet die Welt.
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In London musste eine Kreuzung vor dem Barbican Centre geräumt werden, wo Demonstranten gegen ein Hotel protestierten, das Migranten beherbergt. Neun Personen wurden laut Metropolitan Police verhaftet. Auch im Stadtteil Epping, wo ein Asylbewerber eines Sexualdelikts beschuldigt wurde, hatte es zuvor bereits Proteste gegeben.
Dabei wurden Union Jacks geschwenkt und Parolen wie «Abschaum» und «Grossbritannien ist voll» gerufen. Neben Bürgern schlossen sich auch bekannte rechtsextreme Gruppen an, teils als Organisatoren. Gegendemonstranten, darunter etwa die 60-jährige frühere Krankenschwester Judy, erklärten, sie wollten «keine hasserfüllten Menschen auf den Strassen» sehen.
Die Eskalation erinnert an den Sommer 2024, als nach einer tödlichen Messerattacke in Southport Gerüchte kursierten, ein Migrant sei der Täter gewesen – obwohl es sich bei dem Mörder um einen 17-jährigen Briten handelte.