Der Abstimmungskampf um die rot-grüne Klimafonds-Initiative ist eröffnet. Die Vorlage verlangt, dass der Bund jährlich zwischen 0,5 und 1 Prozent des Bruttoinlandprodukts – also vier bis acht Milliarden Franken – in einen Klimafonds einzahlt. Dieses Geld soll in erneuerbare Energien, Gebäudesanierungen, Wärmenetze und Elektromobilität fliessen.
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Welchen Stellenwert dieses Anliegen für seine Befürworter hat, zeigt eine Aussage von Vania Alleva, Vizepräsidentin des Schweizerischen Gewerkschaftsbundes und Präsidentin der Unia: «Der Klimaschutz ist zweifelsohne die grösste Aufgabe unserer Generation.» Damit gewichtet die Arbeitnehmervertreterin den Klimaschutz offenkundig höher als die unmittelbaren Interessen der Angestellten, deren Kaufkraft und Arbeitsplätze sie eigentlich zu vertreten hätte.
Ganz vom Klassenkampf hat sich Alleva dann allerdings doch nicht verabschiedet. Für die steigenden Temperaturen sind – wenig überraschend – die Gutverdienenden verantwortlich. «Heute sind 10 Prozent der Reichsten für die Hälfte der Treibhausgasemissionen verantwortlich. Gleichzeitig trifft die Klimaerhitzung den weniger wohlhabenden Teil der Bevölkerung viel stärker, auch in der Schweiz.» Besonders betroffen seien, so Alleva, schlecht bezahlte Arbeitnehmende, die im Berufsalltag zunehmender Hitze und wachsenden Naturgefahren ausgesetzt seien.
Am 8. März entscheidet der Souverän darüber, ob diese linke staatliche Umverteilungsmaschine gestartet werden soll. Gleichzeitig wird sich zeigen, ob die Büezer die Prioritäten von Vania Alleva teilen – und ob sie bereit sind, sich künftig auch darüber Gedanken zu machen, ob der Flug in die wohlverdienten Sommerferien noch ins eigene Lebenskonzept passt.