Die wachsende Unzufriedenheit grönländischer Politiker mit Dänemark könnte US-Präsident Donald Trump bei seinen Ambitionen auf Grönland in die Karten spielen. Wie Euractiv berichtet, stören sich Vertreter der Insel zunehmend daran, dass Kopenhagen bei Gesprächen über ihre Zukunft eine zentrale Rolle einnimmt.
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Trump drängt in seiner zweiten Amtszeit erneut auf eine Übernahme Grönlands, das als halbautonomes Gebiet zu Dänemark gehört. Am Wochenende berichtete die Daily Mail, Trump habe Militärs angewiesen, Pläne für eine gewaltsame Eroberung auszuarbeiten. Hochrangige Offiziere hätten demnach rechtliche Bedenken geäussert und Zweifel an der Zustimmung des Kongresses angemeldet.
Der grönländische Oppositionsführer Pele Broberg sagte Euractiv: «Die Dänen sollten sich zurückhalten und Grönland den Grönländern überlassen.» Dänemark wolle Grönland «für immer behalten». Auch Regierungsvertreter äusserten Frust. Pipaluk Lynge, Vorsitzende des Aussenausschusses des grönländischen Parlaments, erklärte nach einem Treffen mit dänischen Abgeordneten: «Wir sind erwachsene Menschen in Grönland. Wir haben ein Parlament. Wir haben Minister, die problemlos in unserem Namen sprechen können.»
Aussenministerin Vivian Motzfeldt stellte öffentlich die Frage: «Was wäre falsch daran, wenn wir Treffen nur mit den Vereinigten Staaten abhalten würden?»
Die frühere Regierungschefin Aleqa Hammond sprach von einer «einzigartigen Chance» für Grönland.