US-Präsident Donald Trump verschärft im Streit um Grönland den Handelskonflikt mit Europa und trifft damit auch Deutschland schwer. Ab dem 1. Februar sollen zusätzliche Zölle von 10 Prozent auf Waren aus der Europäischen Union erhoben werden, erklärte Trump auf seiner Plattform Truth Social. Betroffen sind neben Deutschland unter anderem Dänemark, Frankreich, Grossbritannien, die Niederlande sowie die nordischen Länder.
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Trump begründete den Schritt mit dem Widerstand europäischer Staaten gegen eine Übernahme Grönlands durch die USA. Die Vereinigten Staaten hätten Europa über Jahre «subventioniert», indem sie auf Zölle verzichtet hätten, schrieb der Präsident. Ab dem 1. Juni 2026 sollen die Zölle demnach sogar auf 25 Prozent steigen – und erst entfallen, wenn eine Vereinbarung über den vollständigen Kauf Grönlands erzielt sei.
Für die exportorientierte deutsche Wirtschaft sind die Massnahmen ein harter Schlag. Die USA sind mit rund 157 Milliarden Euro Exportvolumen wichtigster Handelspartner Deutschlands. Besonders betroffen sind Auto-, Maschinen- sowie Chemie- und Pharmakonzerne. Wirtschaftsexperten rechnen mit deutlichen Exporteinbussen und Milliardenverlusten.
Mehrere EU-Staaten reagierten empört. Frankreichs Präsident Emmanuel Macron bezeichnet die Zolldrohungen als «inakzeptabel», Schwedens Ministerpräsident Ulf Kristersson erklärte, Europa lasse sich nicht unter Druck setzen. Auch Grossbritanniens Premier Keir Starmer kritisierte Zölle gegen Nato-Partner scharf. Deutschland äusserte sich zurückhaltender und erklärte, man stehe in engem Austausch mit den europäischen Partnern.
Die EU-Kommission prüft mögliche Gegenzölle. EU-Kommissions-Präsidentin Ursula von der Leyen warnte, neue Zölle gefährdeten die transatlantischen Beziehungen und könnten eine Abwärtsspirale auslösen.