Griechenlands Regierungschef Kyriakos Mitsotakis will eine führende Rolle seines Landes in der internationalen Diskussion über nuklearbetriebene Handelsschiffe vorantreiben. Das kündigte er am Dienstag bei seiner Rede auf dem zweiten Nuklearenergie-Gipfel in Paris an. Darüber berichtete das griechische Fernsehen ERT News.
Mitsotakis erklärte, eine vollständige Dekarbonisierung der weltweiten Schifffahrtsindustrie sei ohne den Einsatz von Kernenergie kaum möglich. Die Technologie nuklear angetriebener Schiffe sei zwar in den vergangenen Jahrzehnten vor allem im militärischen Bereich erprobt worden. Für die zivile Schifffahrt gebe es derzeit jedoch keine andere glaubwürdige Lösung zur Dekarbonisierung, sagte der Regierungschef laut der übertragenen Rede.
Gonzalo Fuentes/Keystone
Griechenland verfügt über eine der grössten Handelsflotten weltweit. Nach Angaben des Verbandes der griechischen Reeder kontrollieren griechische Unternehmen insgesamt rund 5700 Schiffe. Damit bleiben sie global führend. Die von Griechenland kontrollierte Flotte macht demnach etwa 20 Prozent der weltweiten Handelsflotte aus.
Innerhalb der Europäischen Union ist der Anteil noch deutlich höher. Rund 61 Prozent der EU-Handelsflotte werden laut Branchenverband von griechischen Reedern kontrolliert. Vor diesem Hintergrund will Athen nach den Worten von Mitsotakis eine aktive Rolle in der internationalen Debatte über neue Antriebstechnologien in der Schifffahrt übernehmen. Ziel sei es, Wege zur Verringerung der Emissionen im globalen Seeverkehr zu finden.