In der Nacht auf Montag fand in Los Angeles die wichtigste Preisvergabe für Popmusiker statt. Fast alles, was Rang und Namen hat, kreuzte an den Grammys auf. Wichtige Absenz: Nicki Minaj. Die «Queen of Rap» sorgte in letzter Zeit wegen ihrer Nähe zum amerikanischen Präsidenten Donald Trump für Schlagzeilen. «Ich bin wahrscheinlich Trumps Nummer-eins-Fan», sagte sie letzte Woche.
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Für viele in der Popbranche ist Trump ein rotes Tuch. Bei den Grammys kam das wieder einmal zum Ausdruck. Moderator Trevor Noah: «Anwesend sind John Legend, Billie Eilish, Finneas. Nicki Minaj … ist nicht hier. Sie ist immer noch im Weissen Haus und unterhält sich mit Donald Trump über wichtige Dinge.» Zum Beispiel, so Noah, «wer den grösseren Arsch hat».
Der schweizerisch-südafrikanische Showmaster und Comedian machte sich weiter lustig über den Präsidenten. Nachdem Billie Eilish die Auszeichnung für den «Song of the Year» erhalten hatte, sagte Noah: «Da hast du ihn: Song des Jahres! Gratuliere, Billie Eilish. Wow. Das ist ein Grammy, den jeder Künstler haben will – fast so fest wie Trump Grönland haben will. Das ergibt Sinn, weil Epstein nicht mehr da ist und er eine neue Insel braucht, wo er mit Bill Clinton abhängen kann.»
Nach den Grammys holte Trump auf dem Nachrichtendienst Truth Social zum Gegenschlag aus: «Die Grammy-Awards sind das Schlechteste, was es gibt, praktisch unausstehlich […] Der Moderator Trevor Noah, wer auch immer das sein mag, ist fast so schlecht wie Jimmy Kimmel und seine miesen Einschaltquoten bei den Oscar-Verleihungen. Noah sagte fälschlicherweise, dass Donald Trump und Bill Clinton Zeit auf Epstein Island verbracht hätten. Falsch! Ich kann nicht für Bill sprechen, aber ich war noch nie auf Epstein Island oder in der Nähe davon. […] Noah, ein totaler Versager, sollte besser seine Fakten richtigstellen, und zwar schnell. Es sieht so aus, als würde ich meine Anwälte schicken …»
Der grosse Gewinner der Grammy-Nacht hiess Bad Bunny. Der Sänger aus Puerto Rico erhielt drei Auszeichnungen, darunter auch jene für das «Album of the Year». Auch Bad Bunny wurde politisch: «Bevor ich Gott danke, sage ich: ICE out». Viele Musiker trugen an diesem Abend einen «ICE out»-Anstecker als Protest gegen die amerikanische Migrationspolizei ICE.
Die wichtigsten Grammys auf einen Blick: Album des Jahres: «Debí Tirar Más Fotos» (Bad Bunny); Aufnahme des Jahres: «Luther» (Kendrick Lamar & SZA); Song des Jahres: «Wildflower» (Billie Eilish); Bester neuer Künstler: Olivia Dean; Bestes Country-Album: «Beautifully Broken» (Jelly Roll); Bestes Rap-Album: «GNX» (Kendrick Lamar); Bestes Pop-Vocal-Album: «Mayhem» (Lady Gaga); Beste Pop-Solo-Performance: Lola Young («Messy»); Cher (79) wurde für ihr Lebenswerk ausgezeichnet.