Die offizielle Gedenkfeier für die vierzig Todesopfer findet am Freitag in Martinach VS statt. Die Präsidenten der Schweiz, Frankreichs sowie Italiens werden am Rhoneknie erwartet. Die Zeremonie ist vor allem den Opfern, Verletzten, ihren Angehörigen sowie auch den Rettungskräften gewidmet und wird für die Bevölkerung im Kongresszentrum von Montana übertragen.
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Alle Betroffenen der Brandkatastrophe stammen vorwiegend aus christlichen Ländern. Am Mittwoch gingen Bilder um die Welt, wie an den Beerdigungsgottesdiensten im katholischen Italien um die Opfer getrauert wurde. Auch in Frankreich ist rund die Hälfte der Bevölkerung immer noch katholisch. Italien (6) sowie Frankreich (8) haben neben der Schweiz (22) am meisten Todesopfer zu beklagen.
Das ist für die Walliser Kantonsregierung noch lange kein Grund, eine christliche Trauerfeier mit Geistlichen (etwa aus den betroffenen Nachbarländern) für die Opfer zu halten, beispielsweise in der Kathedrale Notre-Dame in Sitten, ein Gotteshaus, das um das 9. Jahrhundert erbaut wurde. Gemäss Le Temps hat die Regierung auf Antrag ihres Präsidenten, des SP-Staatsrat Matthias Reynard, entschieden, eine Zeremonie abzuhalten, deren Botschaft «universell» sein soll, «für alle Religionen offen».
Die Walliser Regierung fremdelt offensichtlich mit den Werten, den Traditionen, der Kultur und der Geschichte des eigenen katholischen Kantons. Da muss sie sich nicht wundern, dass sich nach diesem schrecklichen Ereignis, das den Kanton in eine Identitätskrise stürzen könnte, nun die halbe Schweiz anschickt, auf dem Wallis herumzutrampeln.