Der Preis für eine Feinunze Gold ist auf ein neues Rekordhoch gestiegen: Am Dienstag notierte das Edelmetall in London bei 3659,36 US-Dollar – so viel wie nie zuvor. Auch in Euro erreichte der Goldpreis mit 3107 Euro einen historischen Höchststand. Es ist bereits der dritte Handelstag in Folge mit neuen Rekordmarken.
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Grösster Preistreiber bleibt die Erwartung bald sinkender Zinsen in den USA. Nachdem US-Notenbankchef Jerome Powell auf der Konferenz in Jackson Hole eine Lockerung der Geldpolitik andeutete, setzen Anleger verstärkt auf eine kräftige Zinssenkung um 0,5 Prozentpunkte. Diese Aussicht belastet den US-Dollar – und macht Gold ausserhalb des Dollarraums günstiger.
Hinzu kommen geopolitische Risiken, darunter der anhaltende Krieg in der Ukraine sowie die aggressive Zollpolitik der USA. Staaten wie Indien und China kaufen zudem weiterhin grosse Mengen Gold. All dies befeuert die Nachfrage nach dem klassischen «sicheren Hafen».
Seit Jahresbeginn hat sich der Goldpreis um etwa 40 Prozent verteuert. Die Investmentbank Goldman Sachs hält sogar einen Anstieg auf bis zu 5000 Dollar pro Unze für denkbar – vorausgesetzt, das Vertrauen in die Unabhängigkeit der US-Notenbank erodiere weiter und Investoren verlagerten ihr Kapital von Staatsanleihen in physisches Gold.