Die grünliberale Ständerätin Tiana Angelina Moser hat vergangene Woche eine interessante Anfrage an den Bundesrat gerichtet. Sie führt darin aus, dass die Gesundheit der Arbeitnehmer eng mit der wirtschaftlichen Produktivität verbunden ist. Sie stützte sich dabei auf einen Bericht des World Economic Forum ab, der zum Schluss kam, dass die Kluft zwischen der Gesundheit von Männern und Frauen nach wie vor gross ist.
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Demnach leiden berufstätige Frauen im Durchschnitt neun Jahre ihrer erwerbstätigen Zeit unter gesundheitlichen Beeinträchtigungen wie Endometriose und Menopause. Dies habe Auswirkungen auf ihre Präsenz und Produktivität am Arbeitsplatz. Unnötig zu sagen, dass die Grünliberale in ihrer Interpellation eine Reihe von Fragen zum eventuellen Handlungsbedarf und Massnahmen aufwirft.
Was Moser vielleicht weniger bewusst ist: Der Bericht erbringt auch den Beweis, dass die Forderung «Gleicher Lohn für gleiche Arbeit», wie es in der Bundesverfassung steht und von den Frauenverbände seit Jahren verlangt wird, eigentlich zu kurz greift.
Denn wenn Frauen krankheitshalber deutlich öfter am Arbeitsplatz fehlen und weniger produktiv sind als ihre männlichen Kollegen, ist das vielleicht auch eine Erklärung dafür, dass sich die jeweiligen Gehälter von Mann und Frauen trotz gleichwertiger Arbeit offenbar immer noch unterscheiden.
Gleicher Lohn für gleiche Arbeit geht anders.