Nach Jahren voller Turbulenzen setzt die Kreisschule Mutschellen auf eine umstrittene Persönlichkeit: Der Aargauer SVP-Nationalrat Andreas Glarner wird neuer Präsident des Schulvorstands. Die Gemeinden Berikon, Oberwil-Lieli, Rudolfstetten-Friedlisberg und Widen entschieden sich laut Medienmitteilung, den Vorstand mit einem externen Mitglied zu verstärken – und wählten den 62-jährigen Parteipräsidenten der SVP Aargau einstimmig an die Spitze.
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Die Schule war zuletzt wiederholt in negative Schlagzeilen geraten. 2022 sorgte ein offener Brief der Lehrpersonen über akuten Platzmangel für Aufsehen. Später folgten Berichte über Gewaltvorfälle und zahlreiche Kündigungen im Kollegium. Erst im vergangenen Mai wurde die Schule erneut erschüttert, als zwei ihrer Schülerinnen in ein tödliches Gewaltverbrechen in Berikon verwickelt waren. Die Weltwoche berichtete.
Glarner kennt die Schule seit langem – und zwar auch als Kritiker. Bereits vor über zehn Jahren äusserte er in einem Leserbrief scharfe Kritik an der damaligen Schulpflege. Nun will er Verantwortung übernehmen: «Zusammen mit dem Vorstand werde ich die KSM nach einer schwierigen Phase wieder in ruhigere Gewässer führen», wird Glarner in der Mitteilung zitiert. Der Fokus müsse auf dem Bildungsauftrag, den Lehrpersonen sowie den Schülerinnen und Schülern liegen.
Die Verantwortlichen der vier Verbandsgemeinden zeigen sich zuversichtlich und setzen auf Glarners politische Erfahrung. Laut der offiziellen Mitteilung erhofft sich die Schule Stabilität und neue Führungsstärke.