Der Iran steht am Abgrund – aussenpolitisch isoliert, innenpolitisch instabil, militärisch geschwächt. Für Islamismus-Experte Gilles Kepel ist der überraschende Waffenstillstand mit Israel kein Friedenszeichen, sondern Ausdruck der Angst vor Kontrollverlust. Im Interview mit Pierre Heumann analysiert Trumps Comeback im Nahen Osten und das taumelnde Regime in Teheran, warnt vor einem Bürgerkrieg und erklärt, warum ein Sturz Teherans globale Folgen hätte. Seite 10
Fussball ist ein Jahrtausende altes, den Göttern und der Zivilisierung der Gewalt geweihtes Ritual. Es war mit Menschenopfern verbunden, auch das «Schädelkicken» gehört zu seiner Geschichte. In seiner modernen Form wurde Fussball zum Vergnügen der Arbeiterklasse. Mit seiner Vereinnahmung durch die Elite begann die Instrumentalisierung gegen die niederen Instinkte, die er einst zu kanalisieren vermochte: Homophobie und Rassismus. Doch das Ritual funktioniert nicht mehr, stellt Jürg Altwegg fest: Nur noch die Frauen können es retten. Seite 22
Er ist das Gesicht der Wall Street – und ein Mann, der das Chaos liebt. Seit fast vierzig Jahren steht Peter Tuchman auf dem Parkett der New Yorker Börse, wo er mit ikonischer Mähne, unerschütterlichem Urteil und hohem Energie-level durch jede Krise navigierte – vom Schwarzen Montag über die Dotcom-Blase bis hin zu Trumps Zoll-Eskapaden. Im Gespräch erzählt er von seiner Herkunft als Sohn von Holocaust-Überlebenden, von seiner Liebe zum Lärm des Markts und seiner Wut auf einen Präsidenten, der mit «wirtschaftlichem Vandalismus» die Börse ins Chaos stürzt. Seite 26
Die Erstbesteigung des Matterhorns vor 160 Jahren endete in einer Tragödie – und in einer der grössten unfreiwilligen Marketingaktionen der Neuzeit. Die Nachricht, dass der Berg bezwungen wurde, verbreitete sich rasant, weil beim Abstieg vier der sieben Alpinisten tödlich verunglückten. Es überlebten Edward Whymper, der britische Expeditionsführer, sowie die einheimischen Peter und Peter Taugwalder, Vater und Sohn. Was, wenn damals die ganze Seilschaft abgestürzt wäre? Sicher ist: Dann hätte es dieses Weltwoche-Interview mit David Taugwalder, einem direkten Nachfahren der Erstbesteiger, nicht gegeben. Seite 32
Jackie Chan sagt, er sei in Amerika erst dann erfolgreich geworden, als er das y in «Jacky» durch ein ie austauschte. So war sein Name männlicher. Seit den neunziger Jahren gehört der geniale Kung-Fu-Humorist zu Hollywoods Publikumslieblingen aus dem Fernen Osten. In seiner Heimat China pflegt der patriotische Schauspieler ein ernsteres Image. Seite 44
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