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«Gestohlenes Land»: Moralisierender Popstar Billie Eilish begibt sich auf rutschiges Terrain und liegt falsch

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«Gestohlenes Land»: Moralisierender Popstar Billie Eilish begibt sich auf rutschiges Terrain und liegt falsch
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Billie Eilish, 24, ist reich. Schätzungen gehen von einem Vermögen von fünfzig Millionen Dollar aus. In Los Angeles besitzt sie eine 3-Millionen-Villa. Am Sonntag erhielt sie den Grammy für den besten Song: «Wildflower». Bei der Entgegennahme des Preises holte sie zu einer Tirade gegen die amerikanische Migrationspolizei ICE aus. Sie sagte unter anderem: «Niemand ist illegal auf gestohlenem Land […] fuck ICE».

JORDAN STRAUSS / KEYSTONE
Billie Eilish arrives at the 68th annual Grammy Awards on Sunday, Feb
JORDAN STRAUSS / KEYSTONE

Die ironische Pointe, die das Popwunderkind kaum bedacht hat: Ihr Haus steht auf dem Boden des Tongva-Stammes, der Urbevölkerung von Los Angeles, auf «gestohlenem Land», wenn es nach Eilish ginge. In den sozialen Medien machte dies sofort die Runde. Der Spott geht von «mit dieser moralischen Überheblichkeit könnte sie illegal eingereiste Ausländer in ihrer Villa beherbergen. Entweder tut sie was oder soll die Klappe halten» bis hin zu «Eilish kann also Illegales tun und nicht ausgeschafft werden».

Sinai, eine auf Zwangsräumungen spezialisierte Anwaltskanzlei in Los Angeles, ging noch einen Schritt weiter. Auf X veröffentlichte sie folgenden Beitrag: «Zur sofortigen Veröffentlichung – Die Anwaltskanzlei Sinai bietet an, Billie Eilish im Namen des Tongva-Stammes unentgeltlich aus ihrem Haus in Los Angeles zu vertreiben» Und: «Eilishs Eingeständnis, dass sie auf gestohlenem Land lebt, gibt dem Stamm als rechtmässigem Eigentümer des Grundstücks das Recht, Besitzansprüche geltend zu machen. Die 30-tägige Kündigung ist bereits verfasst und kann zugestellt werden.» Die Kanzlei stellte später klar, dass die Aufforderung nicht ernst gemeint war. Scherz hin oder her: Billie Eilish hat bei den Grammys rutschiges Terrain betreten – und fliegt auf die Nase.

Denn ihre Aussage beschäftigt auch die Intelligenzija. Handelt es sich beim Grund, auf dem sich das Haus der Sängerin befindet, tatsächlich um «gestohlenes Land»? Die Washington Post wollte es genauer wissen und liess Richard Epstein, Professor für Recht an der Universität Chicago, und Max Raskin, ausserordentlicher Professor für Recht an der New York University School of Law, einen Aufsatz zum Thema schreiben.

«Nein, Billie Eilish, Amerikaner sind keine Diebe auf gestohlenem Land», lautet die Überschrift des Post-Artikels. Die beiden Professoren schreiben: «Während die erste Hälfte der Aussage [‹Niemand ist illegal›, die Red.] ein Favorit der Fans war und sich gegen Präsident Donald Trump und die Einwanderungs- und Zollbehörde richtete, war die zweite Hälfte ein Rückgriff auf populäre land declarations der letzten zehn Jahre, die alles Land als gestohlen betrachten, wenn es nicht aus einem ursprünglichen indigenen Eigentumsrecht stammt. Aber es ist an der Zeit, Eilishs Theorie des Eigentums ad acta zu legen: Die Amerikaner sind keine Diebe, die auf gestohlenem Land gebaut haben.»

Grob gesagt argumentieren Epstein und Raskin mit der jus tertii, dem Recht eines Dritten, das besagt, dass es für eine beliebige Person nicht möglich ist, Land besetzen zu können, das zuvor jemand anderem gestohlen wurde. «Ohne diese notwendige Regel könnten Eigentum – und sogar einmal gestohlene Währung – niemals wieder einen sicheren Eigentümer haben», erklären die Rechtsgelehrten.

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