Ab diesem Sonntag müssen sich Reisende aus Nicht-EU-Staaten auf neue Verfahren bei der Einreise in den Schengen-Raum einstellen. Mit dem «Entry/Exit System» (EES) führt die EU ein digitales Grenzkontrollsystem ein, das Gesichter fotografiert, Fingerabdrücke scannt und Aufenthaltsdaten erfasst. Damit ersetzt das EES den Passstempel durch biometrische Erfassung.
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Die Einführung erfolgt schrittweise und soll bis zum 10. April 2026 vollständig umgesetzt sein. Betroffen sind alle Drittstaatler, die in die 25 Schengen-Staaten sowie nach Island, Norwegen, die Schweiz und Liechtenstein reisen. Die vollständige Registrierung erfolgt einmalig. Bei künftigen Einreisen genügt danach die Gesichtserkennung. Ausnahmen gelten unter anderem für Inhaber von Langzeitvisa.
EU-Innenkommissar Magnus Brunner nennt das System «das digitale Rückgrat der neuen europäischen Migrations- und Asylpolitik». Ziel ist es, illegale Migration zu bekämpfen, Identitätsbetrug zu verhindern und Überaufenthalte zu erfassen. Das EES gilt an allen EU-Aussengrenzen ausser in Irland.
Während Eurostar und Eurotunnel bereits vorbereitet sind und keine langen Wartezeiten erwarten, bleiben Sorgen um mögliche Verzögerungen bestehen. An Übergängen wie dem kroatisch-serbischen Grenzposten Bajakovo kam es laut Reuters am Sonntag zu rund zwanzig Minuten Wartezeit pro Fahrzeug.