An mehreren deutschen Universitäten geraten islamische Hochschulgruppen zunehmend in die Kritik. Vorwurf: Sie verbreiteten Scharia-Regeln im universitären Raum – teils unter Nutzung öffentlicher Ressourcen und mit fragwürdigen Referenten, berichtet die Bild-Zeitung.
An der Berliner Charité hatte die Gruppe «Medislam Collective» Veranstaltungen mit Geschlechtertrennung organisiert. Die Universitätsleitung verbot daraufhin sämtliche Aktivitäten der Gruppe auf dem Campus. Diese wiederum sprach von «antimuslimischem Rassismus» und startete eine Petition gegen die Entscheidung.
Instagram/msc_berlin
Auch an anderen Hochschulen kommt es zu ähnlichen Vorfällen. In Kiel entzog die Universität einer islamischen Gruppe die Anerkennung, nachdem bei Veranstaltungen Männer und Frauen getrennte Eingänge nutzen mussten. In Berlin, Braunschweig, Siegen und Tübingen wurden ebenfalls Treffen dokumentiert, bei denen Sitzplätze, Eingänge und Gebetsräume nach Geschlechtern getrennt waren.
Der Virologe Jonas Schmidt-Chanasit, ehemaliger Charité-Student, mahnte in der Zeitung Die Welt: «Die Universität ist kein Ort religiöser Parallelgesellschaften.» Historiker Michael Wolffsohn sprach in der Bild-Zeitung von einem «zivilisatorischen und kulturellen Rückschritt».
In einigen Veranstaltungen habe es zudem Preisverleihungen mit Salafistenliteratur (Bücher von Ibn Qayyim) gegeben. In Tübingen fand eine Veranstaltung sogar in einem kirchlichen Studentenwohnheim statt – ebenfalls unter Geschlechtertrennung.