Eine internationale Umfrage zeigt, dass ein erheblicher Teil junger Männer wieder traditionelle Rollenbilder in Beziehungen befürwortet. Dies berichtet die Welt.
Nach Angaben des Meinungsforschungsinstituts Ipsos ist fast jeder dritte Mann der Generation Z der Ansicht, dass «eine Ehefrau ihrem Ehemann stets gehorchen sollte». Grundlage ist eine Onlinebefragung ab sechzehn Jahren in 29 Ländern. Zur Generation Z zählen dabei Personen der Jahrgänge 1997 bis 2012.
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Die Studie zeigt deutliche Unterschiede zwischen den Generationen. Während 31 Prozent der jungen Männer dieser Aussage zustimmen, liegt der Anteil bei männlichen Babyboomern – geboren zwischen 1946 und 1964 – bei lediglich 13 Prozent. Auch unter jungen Frauen ist die Zustimmung mit 18 Prozent deutlich geringer. Forscher sehen darin Hinweise auf eine mögliche neue Aushandlung gesellschaftlicher Rollenbilder.
Laut Ipsos vertreten Männer der Generation Z insgesamt häufiger traditionelle Vorstellungen über Geschlechterrollen als ältere Altersgruppen. So sind 61 Prozent der jungen Männer der Meinung, dass in ihrem Land bereits genug für die Gleichstellung von Frauen getan wurde. 57 Prozent glauben sogar, die Förderung von Frauen habe inzwischen ein Ausmass erreicht, das Männer benachteilige.
Als mögliche Ursache verweisen die Studienautoren auf Einflüsse sozialer Medien. «Digitale Ökosysteme verstärken die Polarisierung, weil Social-Media-Algorithmen zugespitzte Botschaften belohnen», erklärte Robert Grimm, Leiter der Politikforschung bei Ipsos in Deutschland. Inhalte von Männlichkeits-Influencern und Gegenbewegungen aus dem Feminismus könnten solche Entwicklungen zusätzlich verstärken.