In Gelsenkirchen ist der AfD-Politiker Norbert Emmerich zum stellvertretenden Bürgermeister gewählt worden – auch mit Stimmen aus anderen Fraktionen. Wie Apollo News berichtet, stimmten mindestens drei Mitglieder, die nicht der AfD angehören, für den früheren Oberbürgermeisterkandidaten der Partei. Emmerich erhielt 23 Stimmen, die gemeinsame SPD-CDU-Liste 43 Stimmen. Damit ist nur der SPD-Kandidat, nicht aber der CDU-Vertreter gewählt.
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Mit Emmerich stellt die AfD nun fünf stellvertretende Bürgermeister in Nordrhein-Westfalen. SPD und CDU hatten versucht, die Wahl eines AfD-Kandidaten mit einer gemeinsamen Liste zu verhindern. Der Versuch scheiterte. Der neue Stadtvize kritisierte nach seiner Wahl das «Hinterzimmergekungel» der beiden grossen Fraktionen. Es gebe «ehrliche Menschen» in den anderen Parteien, sagte Emmerich dem WDR.
Der CDU-Fraktionsvorsitzende Sascha Kurth sprach von einem «Desaster», die politische Arbeit im Rat sei «schwer beschädigt». Der SPD-Fraktionsvorsitzende nannte den Ausgang einen «schlechten Tag für Gelsenkirchen» und warf den Abweichlern vor, sie sollten sich fragen, «ob sie Demokraten sind».
Bei der Kommunalwahl im September war die AfD mit knapp 30 Prozent zweitstärkste Kraft hinter der SPD geworden.