Eine Analyse von rund 600 X-Profilen zur Schweizer EU-Debatte kommt zum Schluss, dass 7 Prozent der untersuchten Konten gefälscht waren. Dies geht aus einer Auswertung der deutschen Firma Evai Intelligence in Zusammenarbeit mit dem israelischen Unternehmen Cyabra hervor. Dies berichten Tamedia-Zeitungen. Untersucht wurden Beiträge zu den neuen EU-Verträgen im Zeitraum von Juni bis August 2025.
Adam Vaughan/EPA/Keystone
Gemäss den Angaben veröffentlichten die identifizierten Fake-Accounts insgesamt neunzig Beiträge. Die Analysten schätzen deren Reichweite auf rund 72.000 Aufrufe. Der Anteil von 7 Prozent entspreche einem «typischen Ausgangswert für diese Art von Desinformationskampagnen», heisst es im Bericht.
Inhaltlich orientierten sich die Beiträge laut Analyse an Argumentationslinien der SVP. Verwendet wurde unter anderem der Hashtag «#Unterwerfungsvertrag». In einzelnen Posts hiess es etwa «EU-Kollaborateure stoppen» oder «Wer die EU-Verträge Bilaterale III nennt, lügt». Hinweise auf eine direkte Beteiligung der SVP an der Kampagne gebe es nicht. Parteivertreter Peter Keller bezeichnete entsprechende Vermutungen als «absoluten Quatsch».
Der Politikwissenschaftler Michael Bühler erklärte, Bots verzerrten die öffentliche Debatte und stellten «eine Gefahr für die Demokratie» dar.