Der Entscheid des Zürcher Kantonsrats, Frühfranzösisch auf der Primarstufe abzuschaffen, wird heftig kritisiert. Bundesrätin Elisabeth Baume-Schneider ist beunruhigt und sieht den «nationalen Zusammenhalt» in Gefahr.
Obwohl in der föderalistischen Schweiz die Kantone in der Bildung das Sagen haben, will die welsche Bundesrätin eingreifen und die Gesetze so ändern, dass der Unterricht in einer zweiten Landessprache in der Primarschule beginnen muss.
Mit Verlaub, das ist Bullshit! Weder bricht die Schweiz auseinander, wenn die Zürcher Schüler erst auf der Oberstufe Französisch lernen. Noch hat sich die Landesregierung in die Bildungshoheit der Kantone einzumischen.
Vor allem aber hat das Frühfranzösisch pädagogisch keinen Sinn: Der Aufwand ist riesig, der Ertrag winzig. Die Lehrer wissen es schon längst: Das frühe Fremdsprachenlernen bringt so gut wie nichts. Die Schüler, die früher damit beginnen, können am Ende der obligatorischen Schulzeit nicht besser Französisch als jene, die erst in der Oberstufe – dafür strukturiert, intensiv, mit Grammatik – anfangen.
Das Gerede vom «nationalen Zusammenhalt» in diesem Zusammenhang ist ein inhaltsleerer Fetisch.