Die Stadt Zürich will ihre Erinnerungskultur breiter aufstellen und künftig auch Frauen, Migranten und bislang übersehene Gruppen stärker berücksichtigen. Ab 2027 soll die neue Strategie umgesetzt werden, wie Stadtpräsidentin Corine Mauch (SP) am Montag mitteilte. Der Stadtrat beantragt dafür jährlich 375.000 Franken. Geplant sind unter anderem eine koordinierende Fachstelle mit rund 200 Stellenprozenten sowie Fördermittel für zivilgesellschaftliche Projekte.
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Eine externe Fachkommission soll die Umsetzung begleiten. Über den Antrag entscheidet das Stadtparlament voraussichtlich im Frühling 2026. Die Erinnerung repräsentiere bisher vorwiegend die «patriarchal geprägte Gesellschaft des 18. bis 20. Jahrhunderts», heisst es im Bericht.
Mauch stellte die Strategie im jüdischen Museum Brunngasse vor – einem Ort, der für die neue, vielfältige Perspektive steht. Diskutiert werden auch heikle Fragen, etwa der Umgang mit kolonial belasteten Denkmälern wie dem von Alfred Escher. Auch Strassennamen sollen überprüft werden. Zürich ist die erste Stadt der Schweiz, die eine solche Erinnerungspolitik offiziell umsetzt.