Suchbegriff

Die Weltwoche bietet tägliche Analysen, exklusive Berichte und kritische Kommentare zu Politik, Wirtschaft und Kultur.

Konto Anmelden
Die Weltwoche

Für eine Wehrpflicht in Deutschland – aber nicht für Frauen

Einer der grössten politischen Fehler der 2010er Jahre war sicherlich die Aussetzung der Wehrpflicht.

Was einmal abgeschafft ist, lässt sich nur mit grossem Widerstand wieder einführen. Das rächt sich in Krisenzeiten wie diesen, in denen es darum geht, wieder eine eigene Wehrfähigkeit zu entwickeln.

Am Ende steht eine Generation, die es schon als Zumutung empfindet, fünf Tage die Woche zu arbeiten. Die Verantwortung hierfür liegt jedoch nicht nur bei einer in weiten Teilen wohlstandsverwahrlosten Jugend zwischen Soja-Sörens und Bauchtaschen-Talahons. Sie liegt auch in einem Staat, der verlernt hat, seinen Bürgern zu vermitteln, wofür es sich hier eigentlich noch zu kämpfen lohnt.

SEBASTIAN GOLLNOW / KEYSTONE
PRODUKTION - 11
SEBASTIAN GOLLNOW / KEYSTONE

Geld ist jedenfalls nicht unser Problem. Zur Not macht man halt, das haben die letzten Tage eindrucksvoll gezeigt, noch ein paar hunderte Milliarden Euro Schulden auf dem Rücken jüngerer Generationen.

Nein, die eigentliche Herausforderung auf dem Weg zurück zu einer eigenen Wehrhaftigkeit liegt nicht im finanziellen Aspekt. Sie liegt einerseits in einer deutschen Bürokratie, die es geschafft hat, jede noch so grosse Summe absolut ineffektiv im Kamin zu verfeuern und – was noch wesentlich schwerer wiegt – in ideellen Grenzen. Der eigenen inneren Einstellung der Bürger zu ihrem Land.

Umfrage
Sollte die Wehrpflicht in Deutschland wieder eingeführt werden?
Ja, für Männer.
Ja, für Männer und Frauen.
Nein.
1 Teilnehmer

 

Wir sind zur identitätslosen Verhandlungsmasse geworden. Ein Sammelsurium von Menschen, die aus unterschiedlichsten Gründen keinen Bezug zu diesem Staat haben. Angefangen bei Migranten, die lieber die Flagge des Landes schwenken, in das sie aus unerfindlichen Gründen jedoch nicht abgeschoben werden wollen, über Deutsche, deren innere Katharsis in einem pathologischen Selbsthass kulminiert, der sie eben jene Migranten unbegrenzt aufnehmen lässt, bis hin zum kläglichen Rest derer, die ich als Menschen mit halbwegs gesundem Menschenverstand betiteln würde und die dieses Land zwar ursprünglich einmal geliebt haben, aber es angesichts der beiden ernstgenannten Gruppen nicht mehr so recht lieben können.

Jede Gruppe für sich hat in der Regel nichts mit der anderen zu tun. Sie alle eint vielleicht über kurz oder lang, dank inflationärer Passvergabe, die deutsche Staatsbürgerschaft. Ein Volk sind sie deshalb noch lange nicht.

Wer will schon für ein Land sein Leben riskieren, das seine eigene Identität aus Selbstverleugnung und Buckeln vor Menschen speist, die uns und unsere Art zu leben, ablehnen? Wer will schon für Politiker in den Krieg ziehen, die uns zu einem grossen Teil nur noch als Zahlsklaven für Migranten und Gegen-rechts-NGOs ansehen, die jeden als «Nazi» beschimpfen, der nicht ihrer Meinung ist?

Insofern verstehe ich die Abneigung vieler junger Männer, aber auch anderer Teile der Gesellschaft gegenüber einer Wehrpflicht. Man muss schon, wie ich, sehr idealistisch veranlagt sein, um hier noch ein übergeordnetes Ziel zu sehen, für das es sich lohnt, das eigene Leben aufs Spiel zu setzen.

Was ich jedoch nicht verstehe, sind die, die mit Misogynie getränkten Forderungen nach einer Wehrpflicht für Männer UND Frauen rufen. Man mag mich altmodisch nennen, aber in meiner Vorstellung diskutieren echte Männer weder darüber, wer beim ersten Date die Rechnung übernimmt noch über den Schutz von Frauen und Kindern. Sie tun es einfach.

Aber der Geschlechtervertrag scheint aufgekündigt. Was sich stattdessen breit macht, ist eine gewisse Schadenfreude. «Ihr wollt doch immer Gleichberechtigung. Dann lebt jetzt mit eurer Gleichberechtigung.»

Aber Gleichberechtigung ist immer noch nicht Gleichheit. Frauen übernehmen viele andere Jobs in der Gesellschaft, in denen Männer nicht annähernd im gleichen Masse vertreten sind (Ausnahmen bestätigen die Regel). Familiäre Erziehungsarbeit, Pflege der Eltern, Ehrenämter, Berufe im sozialen Bereich.

Frauen verzichten für Kinder noch immer überdurchschnittlich oft auf Karriere, sammeln weniger Rentenpunkte und gucken am Ende in die Röhre. Niemand hat etwas dagegen, wenn sich die geeigneten unter ihnen freiwillig für die Bundeswehr verpflichten lassen und niemand verlangt von Männern, sich an der Front verheizen zu lassen, aber davon war auch zu keinem Zeitpunkt der Rede.

Es geht um eine kurze Wehrpflicht, die nicht zuletzt auch den Charakter formt und aus jungen orientierungslosen Typen wieder Männer und keine Snowflakes macht.

Mit der femininen und maskulinen Energie ist das nämlich so eine Sache: Wer feminine Frauen will, die wieder gerne Kinder bekommen, sollte erstmal wieder ein maskuliner Mann werden.

Abonnement
1. Start
2. Ihre Angaben
3. Zahlungsart
4. Abo prüfen

Ups! Wir konnten Ihr Formular nicht lokalisieren.

1. Start
2. Ihre Angaben
3. Zahlungsart
4. Abo prüfen

Ups! Wir konnten Ihr Formular nicht lokalisieren.

1. Start
2. Ihre Angaben
3. Zahlungsart
4. Abo prüfen

Ups! Wir konnten Ihr Formular nicht lokalisieren.

1. Start
2. Ihre Angaben
3. Zahlungsart
4. Abo prüfen

Ups! Wir konnten Ihr Formular nicht lokalisieren.

1. Start
2. Ihre Angaben
3. Abo prüfen
Startdatum: 01.04.2026
Mit der Bestellung akzeptieren Sie unsere AGBs.
Ihre Angaben
  • Dieses Feld dient zur Validierung und sollte nicht verändert werden.
  • Dieses Feld wird bei der Anzeige des Formulars ausgeblendet
    (Newsletter kann jederzeit wieder abbestellt werden)

Netiquette

Die Kommentare auf weltwoche.ch/weltwoche.de sollen den offenen Meinungsaustausch unter den Lesern ermöglichen. Es ist uns ein wichtiges Anliegen, dass in allen Kommentarspalten fair und sachlich debattiert wird.

Das Nutzen der Kommentarfunktion bedeutet ein Einverständnis mit unseren Richtlinien.

Scharfe, sachbezogene Kritik am Inhalt des Artikels, an Protagonisten des Zeitgeschehens oder an Beiträgen anderer Forumsteilnehmer ist erwünscht, solange sie höflich vorgetragen wird. Wählen Sie im Zweifelsfall den subtileren Ausdruck.

Unzulässig sind:

  • Antisemitismus / Rassismus
  • Aufrufe zur Gewalt / Billigung von Gewalt
  • Begriffe unter der Gürtellinie/Fäkalsprache
  • Beleidigung anderer Forumsteilnehmer / verächtliche Abänderungen von deren Namen
  • Vergleiche demokratischer Politiker/Institutionen/Personen mit dem Nationalsozialismus
  • Justiziable Unterstellungen/Unwahrheiten
  • Kommentare oder ganze Abschnitte nur in Grossbuchstaben
  • Kommentare, die nichts mit dem Thema des Artikels zu tun haben
  • Kommentarserien (zwei oder mehrere Kommentare hintereinander um die Zeichenbeschränkung zu umgehen)
  • Kommentare, die kommerzieller Natur sind
  • Kommentare mit vielen Sonderzeichen oder solche, die in Rechtschreibung und Interpunktion mangelhaft sind
  • Kommentare, die mehr als einen externen Link enthalten
  • Kommentare, die einen Link zu dubiosen Seiten enthalten
  • Kommentare, die nur einen Link enthalten ohne beschreibenden Kontext dazu
  • Kommentare, die nicht auf Deutsch sind. Die Forumssprache ist Deutsch.

Als Medium, das der freien Meinungsäusserung verpflichtet ist, handhabt die Weltwoche Verlags AG die Veröffentlichung von Kommentaren liberal. Die Prüfer sind bemüht, die Beurteilung mit Augenmass und gesundem Menschenverstand vorzunehmen.

Die Online-Redaktion behält sich vor, Kommentare nach eigenem Gutdünken und ohne Angabe von Gründen nicht freizugeben. Wir bitten Sie zu beachten, dass Kommentarprüfung keine exakte Wissenschaft ist und es auch zu Fehlentscheidungen kommen kann. Es besteht jedoch grundsätzlich kein Recht darauf, dass ein Kommentar veröffentlich wird. Über einzelne nicht-veröffentlichte Kommentare kann keine Korrespondenz geführt werden. Weiter behält sich die Redaktion das Recht vor, Kürzungen vorzunehmen.