CDU-Generalsekretär Carsten Linnemann hat beim Parteitag der Union in Stuttgart Migranten als zentralen Faktor des deutschen Wirtschaftswunders gewürdigt und die Alternative für Deutschland scharf angegriffen. «Wir hätten das Wirtschaftswunder nicht so bekommen. Wir wären kein Exportweltmeister geworden. Wir brauchen diese Menschen. Und die CDU ist die Partei, die hinter diesen Menschen steht», sagte Linnemann vor den Delegierten. Dies berichtet das Portal Apollo News.
RONALD WITTEK / KEYSTONE
Er verwies auf Gespräche mit Menschen mit Migrationshintergrund, die Angst vor gesellschaftlicher Spaltung hätten. Millionen Menschen hätten dieses Land mit aufgebaut, sagte er. Ohne sie würden Gastronomie, Pflege, Gesundheit und Handwerk nicht funktionieren. Die CDU treibe «keinen Keil in die Gesellschaft», sondern stehe hinter diesen Bürgern.
Historisch fällt der Kern des Wirtschaftswunders in die Jahre zwischen 1949 und 1966, mit starkem Wachstum ab Mitte der 1950er Jahre. Das deutsch-türkische Anwerbeabkommen wurde 1961 geschlossen, die systematische Anwerbung italienischer Arbeitskräfte begann 1955. Anfang der 1960er Jahre lag der Anteil ausländischer Arbeitskräfte bei wenigen Prozent. Zwischen 1961 und dem Anwerbestopp 1973 kamen rund 867.000 Türken in die Bundesrepublik, etwa 240.000 kehrten zurück.
Neben der Migrationsfrage grenzte Linnemann seine Partei deutlich von der AfD ab. «Die AfD ist eine Partei, deren Geschäftsmodell der Abgrund ist. Wir sind das Gegenteil. Wir glauben an die Zukunft. Wir glauben an die Zuversicht», erklärte er. Die CDU verstehe sich als Reformpartei der Mitte, die mit «Vernunft, Fleiss und Mut» das Land voranbringen wolle.