Im Louvre beginnt ein neues Kapitel an der Spitze des Museums. Christophe Leribault wird neuer Direktor des Pariser Hauses. Die französische Regierung ernannte den 62-jährigen Kunsthistoriker am Mittwoch, wie der Elysée-Palast mitteilte.
Die Ernennung erfolgt nur einen Tag nach dem Rücktritt seiner Vorgängerin. Laurence des Cars hatte ihr Amt am Dienstag niedergelegt. Präsident Emmanuel Macron erklärte dazu, das Museum brauche nun «Ruhe und einen starken neuen Impuls dafür, grosse Projekte in den Bereichen Sicherheit und Modernisierung erfolgreich umzusetzen».
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Leribault soll nach Angaben des Präsidialamts vor allem zwei Aufgaben anpacken: die Sicherheitsstruktur des Hauses stärken und die umfassende Modernisierung vorantreiben. Hintergrund ist unter anderem der spektakuläre Diebstahl französischer Kronjuwelen im Oktober vergangenen Jahres. Die gestohlenen Schmuckstücke sind bis heute nicht wieder aufgetaucht. Zudem kämpfte das Museum in den vergangenen Wochen mit einem mutmasslichen Ticketbetrug, einem Wasserschaden und zuletzt einem Aktivistenstreich des britischen Kollektivs «Everyone Hates Elon».
Bereits zuvor hatte Macron einen Renovationsplan im Umfang von 800 Millionen Euro angekündigt. Ein Teil der Summe soll über höhere Eintrittspreise für Besucher aus Nicht-EU-Staaten finanziert werden. Leribault wechselt vom Schloss Versailles, wo er seit 2024 leitend tätig war. Davor stand er an der Spitze des Musée d’Orsay. Mit der schnellen Nachfolgeentscheidung signalisiert die Regierung Handlungsbereitschaft an der Führungsspitze des weltweit meistbesuchten Museums.