Friedrich Merz: Wie viele Niederlagen braucht es noch?
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Friedrich Merz residiert im Kanzleramt, er führt eine schwarz-rote Koalition. Doch was nützt die formale Macht im Bund, wenn das Fundament in den Ländern derart dramatisch bröckelt?

Die Wahl 2026 in Baden-Württemberg hat offengelegt, in welch fatale strategische Sackgasse der Kanzler seine CDU manövriert hat. Die Frage, die sich heute der hinterste und letzte bürgerliche Wähler stellt, lautet: Wie viele Wahlschlappen braucht dieser Friedrich Merz eigentlich noch, um aufzuwachen?

Ebrahim Noroozi/AP Photo/Keystone
Deutschlands Bundeskanzler Friedrich Merz.
Ebrahim Noroozi/AP Photo/Keystone

Wir erleben ein Paradoxon. Der Zeitgeist in der Wirklichkeit ist konservativ. Die Menschen haben genug von grüner Planwirtschaft ohne Plan, von moralisierender Bevormundung und der rabiaten Deindustrialisierung, die die Automobilindustrie quasi willig aufs Schafott geführt hat. Die Welt steht sicherheitspolitisch in Flammen, der Ölpreis schnellt nach oben. In einer funktionierenden politischen Mechanik müsste eine konservative Volkspartei wie die CDU in diesem Klima absolute Mehrheiten einfahren.

Stattdessen? Erlebt die CDU in Baden-Württemberg ein Debakel und muss einem grünen Paläopolitiker wie Cem Özdemir den Vortritt lassen.

Die Ursache für diese historische intellektuelle Unfähigkeit liegt in Berlin. Sie liegt in jenem fatalen strategischen Konstrukt, das Friedrich Merz wie eine Monstranz vor sich herträgt: der sogenannten Brandmauer. Aus einer geradezu panischen Furcht vor dem Mainstream und den links-grünen Feuilletons weigert sich die CDU-Führung standhaft, mit dem politischen Mitbewerber zusammenzuarbeiten, mit dem sie die weitaus grössten inhaltlichen Überschneidungen hat – der AfD.

Machen wir uns doch nichts vor: Die AfD ist ein Spin-off der CDU. Sie vertritt heute in weiten Teilen exakt jenes bürgerlich-konservative Programm, das die Merkel-CDU über Bord geworfen hat. Doch anstatt diese bürgerliche Mehrheit zu bündeln, verteufelt Merz die AfD wie ein Monster, das man im Keller einsperren möchte.

Die Konsequenz dieser Verweigerungshaltung: Um regieren zu können, muss sich Merz im Bund an die immer schwächer werdende Arbeiterpartei SPD (der die eigenen Arbeiter in Scharen davonlaufen) ketten – und in den Ländern macht er die Grünen stark, weil die zersplitterte bürgerliche Mitte sich gegenseitig blockiert.

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