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Frieden in Gaza? Warum der Krieg trotz Verhandlungen kein Ende findet

Vor wenigen Tagen machten sich viele Hoffnung: Unterhändler aus Israel und von der Hamas schienen sich auf eine befristete Waffenruhe und Befreiung von Geiseln zuzubewegen. Doch anstelle realer Fortschritte verharren beide Seiten weiterhin auf Maximalforderungen. Die Folge: Die Verhandlungen ziehen sich ohne Ergebnis in die Länge.

AL DRAGO / POOL / KEYSTONE
epa12223558 Israeli Prime Minister Benjamin Netanyahu looks on during a dinner with US President Donald Trump, in the Blue Room of the White House in Washington, DC, USA, 07 July 2025
AL DRAGO / POOL / KEYSTONE

Israels Premier Benjamin Netanjahu hält weiterhin krampfhaft am Ziel eines «definitiven Siegs» fest, der allerdings Illusion bleiben muss – wie ein Blick in die Militärgeschichte Israels zeigt. Selbst nach klaren militärischen Erfolgen wie dem Sechstagekrieg – damals vernichtete Israel die arabischen Armeen weitgehend – war kein «absoluter Sieg» errungen.

Wenige Jahre später wurde Israel erneut angegriffen. Diese historische Lehre ist auf den aktuellen Gaza-Krieg übertragbar. Nach mehr als 21 Monaten Krieg in Gaza muss allen klar sein, dass auch gegen die Hamas kein kompletter Sieg möglich ist. Wer das dennoch behauptet, ignoriert entweder die Realität oder verfolgt andere, eigennützige Ziele.

In Israel wünschen sich die meisten Bürger ein Ende des Kriegs. Eine aktuelle Channel-12-Umfrage zeigt: 74 Prozent der Israelis unterstützen ein Abkommen mit der Hamas, darunter sogar 60 Prozent der Koalitionswähler. Eine deutliche Mehrheit in Israel will ein Ende des Krieges. Der Wunsch nach einem Waffenstillstand ist damit deutlich stärker als die politische Linie der Regierung, die zunehmend isoliert dasteht.

Immer mehr Israelis zweifeln daran, dass die Armee die Hamas «endgültig» besiegen kann. Viele Kritiker weisen bereits darauf hin, dass die militärischen Fähigkeiten der Hamas erheblich geschwächt wurden. Der Versuch, «bis zum letzten Terroristen» zu kämpfen, erscheint ihnen nicht nur nutzlos, sondern auch übermässig zerstörerisch.

Doch Netanjahu sieht das anders. Laut einer Recherche der New York Times liess er zum Beispiel im April 2024 eine sich abzeichnende Übereinkunft mit der Hamas platzen, die einen Gefangenenaustausch, eine Befreiung von Geiseln sowie eine Waffenruhe vorsah. Damit wollte er offenbar die Hardliner in seiner Koalition beschwichtigen. Netanjahu instrumentalisiert den Krieg, um innenpolitischen Druck abzuwenden und seine persönliche Machtposition zu sichern. Auch die Armeeführung kritisiert zunehmend das Fehlen einer Strategie. Es gebe keinen klaren, realistischen Plan für die Zeit nach dem Krieg.

Was nach dem Terrorangriff vom 7. Oktober 2023 als notwendige und legitime Reaktion begann, droht nun zu einer endlosen und ruinösen Schlacht zu werden, bei der es nur Verlierer geben kann.

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